Sortiert nach Arten werden die Fische in ihre Ausweichquartiere gebracht. Foto: factum/Bach

Der Segelbachsee wird leergepumpt. Zuvor werden die Fische umquartiert. 30 Angler aus Waldenbuch und Weil im Schönbuch waren im Einsatz.

Waldenbuch/Weil im Schönbuch - Zum Großeinsatz hatten die Fischereivereine Waldenbuch und Weil im Schönbuch am Samstag gerufen. Galt es doch, das Segelbachrückhaltebecken leer zu fischen. Denn dieses wird abgepumpt und entschlammt. Bisher tummelten sich Hechte, Barsche, Karpfen, Rotfedern und Rotaugen darin. Damit diese während der Trockenlegung des Sees nicht eingehen, mussten die Angler sie am Samstag einfangen und in andere Gewässer bringen. Und das entpuppte sich als logistische Großleistung.

30 Angler – je 15 aus Waldenbuch und Weil im Schönbuch – waren den ganzen Tag am See beschäftigt. Zunächst mussten sie alles aufbauen, Sauerstoff und und große Netze wurden gebracht. Dann ging es um die Mittagszeit an die eigentliche Arbeit. Mit zwei großen Netzen, die von mehreren Fischern vorsichtig durchs Wasser gezogen wurde, wurden die Fische eingefangen. Anschließend beförderten andere Angler die Tiere mit Keschern aus dem Netz in Wasserbehälter. Dort wurden sie nach Arten sortiert und dann in den verschiedenen Gewässern der beiden Vereine – der Aich, dem Sulzbach, dem Rohrwiesensee, dem Schaichbach und dem Dörrschach – ausgesetzt. Glück hatten die Fischer mit dem Wetter: Bei strahlendem Sonnenschein lief der Arbeitseinsatz reibungslos.

See wird entschlammt

Das Segelbachbecken wurde 1981 als Hochwasserschutz für das Flüsschen Aich gebaut. Bei Starkregen wird das Wasser dort aufgefangen und dann kontrolliert in die Aich abgelassen – und somit Hochwasser verhindert. Normalerweise liegt der Wasserspiegel an der tiefsten Stelle bei 6,26 Meter. Bei starkem Regen kann er aber auf 13 Meter ansteigen.

In regelmäßigen Abständen müssen solche Hochwasserrückhaltebecken untersucht werden. Es wird geprüft, ob es Risse gibt, die eventuell saniert werden müssen. Aber dazu muss das Wasser abgelassen werden. Zudem wird das Becken von seiner dicken Schlammschicht befreit, die sich im Laufe der Jahre am Boden gebildet hat.

Deshalb warnt das Böblinger Landratsamt, das Mitglied im Wasserverband Aich ist, davor, sich in das leer gepumpten Becken zu begeben. „Das ist lebensgefährlich“, heißt es in einer Mitteilung. Denn der Schlamm ist tückisch, man kann darin versinken. Wie lange die Arbeiten am Becken dauern und wann es wieder befüllt werden kann, steht noch nicht fest.

Während das Segelbachbecken nun fischfrei ist, geht es am kommenden Wochenende mit dem Diebskarrenbachsee zwischen Sindelfingen und Stuttgart-Vaihingen weiter. Auch dieses Rückhaltbecken wird entfischt und entschlammt, damit es untersucht und saniert werden kann.

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