Als mildernden Umstand betrachtete das Gericht, dass die Frau sterben wollte. (Symbolbild) Foto: dpa/Jens Büttner

Ein Mann ist in Schweden zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden, weil er seiner schwerkranken Ehefrau eine tödliche Dosis Morphin verabreicht hatte. Als mildernden Umstand betrachtete das Gericht, dass die Frau sterben wollte.

Stockholm - Weil er seiner schwerkranken Ehefrau eine tödliche Dosis Morphin verabreicht hatte, ist ein Mann in Schweden zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Das Bezirksgericht der Region Ångermanland - 450 Kilometer nördlich von Stockholm - verurteilte ihn am Montag wegen Totschlags zu 18 Monaten Haft.

Als mildernden Umstand betrachtete das Gericht, dass die Frau sterben wollte. Der Mann aus dem Dorf Nordingrå - laut schwedischem Fernsehsender SVT 63 Jahre alt und - wollte das Urteil nicht kommentieren. Es wird aber davon ausgegangen, dass sein Anwalt in Berufung geht.

Jemanden vorsätzlich zu töten, sei selbst dann noch eine Straftat, wenn der oder die Getötete damit einverstanden sei, erklärte die Vorsitzende Richterin Lena Wahlgren. Mithilfe beim Selbstmord sei dagegen nicht strafbar.

Weil der Mann bei seiner Tat im März dieses Jahres jedoch selbstständig und aktiv gehandelt habe, könne seine Tat nicht als Mithilfe beim Suizid gewertet werden. Normalerweise drohen bei Totschlag in Schweden Haftstrafen von sechs bis zehn Jahren.

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