Anfang Juli öffnet der Schwaben-Park an einem Nachmittag nur für ganz besondere Gäste: Der Verein Die Schatzkiste lädt kranke Kinder und ihre Familien ein. Foto: 7aktuell.de/Rafal Niewienda

Am Nachmittag des 6. Juli öffnet der Schwabenpark nur für behinderte und schwer kranke Kinder. Hinter dem Special Day steckt ein Verein aus Urbach – Anmeldungen sind noch möglich, doch die Zahl der Tickets ist begrenzt.

Kaisersbach - Mit 4000 Gästen gleichzeitig gilt der Schwabenpark in Kaisersbach als voll belegt – normalerweise. Am 6.  Juli wird jedoch alles anders. Dann werden nach 16 Uhr nur 1500 ganz besondere Gäste eingelassen: Der Verein Die Schatzkiste aus Urbach hat den Erlebnispark komplett reserviert – und zwar für behinderte und schwer chronisch kranke Kinder und ihre Familien.

„Immer wieder erzählen uns Eltern solcher Kinder, dass es schwer sei, in solche Parks oder auf öffentliche Veranstaltungen zu gehen“, erzählt der Vereinsvorsitzende Benjamin Meitinger. Gründe seien einerseits die Reizüberflutung – aber andererseits auch die Blicke von Eltern mit Kindern ohne Handicap. „Die können auch heute noch ein Stück weit unangenehm sein“, so Meitinger.

Die Ticketzahl ist auf 1500 Eintrittskarten begrenzt

Mit der Begrenzung auf 1500 Gäste – Familienmitglieder inklusive – will der Verein für einen unbeschwerten Tag der speziellen Kinder und ihrer Familien sorgen. Die Organisatoren haben an alles gedacht: Die Kinder, ihre Eltern und Geschwister können vom Bahnhof Schorndorf aus einen kostenlosen Shuttlebus zum Schwaben-Park nehmen.

Und – bei einem Event mit vielen chronisch Kranken nicht unwichtig – sogar die medizinische Versorgung ist gewährleistet: „Das Rote Kreuz Althütte wird ein Sanitätszelt aufbauen“, sagt der Schatzkiste-Benjamin Meitinger. Dort werden drei Notärzte und zehn bis 15 Intensivpfleger bereitstehen – „alle ehrenamtlich“, betont Meitinger. Wahrscheinlich werde für den Fall der Fälle auch ein Rettungswagen direkt am Park stationiert sein.

So will der Verein Fake-Anmeldungen verhindern:

Das Team des Schwabenparks sei gleich bereit gewesen, bei der Aktion mitzumachen, und dem Verein bei seinem Angebot entgegen gekommen. Durch die Unterstützung von Sponsoren seien die fünfstelligen Kosten des „Special Day“ finanziell voraussichtlich so gut wie abgedeckt.

Mit einer Anzeige auf Facebook hat der Verein auf die Aktion aufmerksam gemacht. Der Post wurde 30 000 Mal angeklickt. Da liegt der Gedanke nicht fern, dass sich auch Menschen ohne Handicap in die Aktion einschleichen wollen. „Bislang ist das aber so gut wie nicht geschehen“, sagt Meitinger. Er vertraue auf die Menschlichkeit der Bewerber. „Wenn wir wirklich Zweifel haben, behalten wir uns auch vor, mal anzurufen“, sagt er. Idealerweise würden die Anmeldungen aber über Hilfsorganisationen, Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäuser verteilt – das kann dann auf den Anmeldebögen angegeben werden und dient als Bestätigung, dass die Angemeldeten den Besuch im Erlebnispark wirklich verdient haben.

Über Die Schatzkiste

Verein: Die Schatzkiste gibt es seit dem Jahr 2014. Der Verein organisiert zum Beispiel Aktionen wie den Special Day oder regelmäßige Besuche mit dem Backnanger Kinderhospiz Pusteblume im Kindertheater , hilft aber auch ganz im Stillen. So wurde einer schicksalsgebeutelten, frisch gebackenen Mutter eine Baby-Erstausstattung finanziert oder einem leukämiekrankes Mädchen ein Besuch im Europa-Park.

Kick-Off: Eine der Haupteinnahmequellen der Schatzkiste ist die jährliche Kick-Off-Party in Urbach. Liveacts und ein DJ spülen Geld für die wohltätigen Aktionen in die Kasse. Im Jahr 2016 kam alles jedoch anders: Nachdem ein Gast der Kick-Off-Party einen Herzanfall erlitten hatte und reanimiert werden musste, finanzierte der Verein einen Defibrillator für den damaligen Veranstaltungsort, die Auerbachhalle in Urbach – und veranstaltete bald darauf einfach eine zweite Party.

Special Day: Anmeldungen für den 6. Juli im Schwaben-Park sind im Internet unter www.die-schatzkiste.info möglich. Dort steht auch ein passendes Event-Shirt zum Verkauf. Der Gewinn von dessen Verkauf geht an die Deutsche Stiftung für Menschen mit Downsyndrom.

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