Schön ist er nicht. Aber Schüler, Lehrer und Eltern freuen sich trotzdem über den Sanitärcontainer. Foto: Alexandra Krat

Auf dem Hof der Pestalozzischule steht ein Sanitärcontainer. Dieser wurde von der Schule beantragt, da von den Toiletten in den dortigen Pavillons eine zu große Geruchsbelastung ausgehe. Ab März kann der neue Container genutzt werden.

Vaihingen - Schön ist er nicht. Aber die Schüler und Lehrer der Pestalozzischule freuen sich trotzdem. Seit wenigen Tagen steht ein Sanitärcontainer auf dem Pausenhof der Pestalozzischule. Die Stadt hat den weißen Kasten mit den Toiletten aufstellen lassen, „um die Situation an der Schule etwas zu befrieden“. So formuliert es ein Mitarbeiter des Schulverwaltungsamts. Man habe „ein Zeichen setzen wollen“. Etwas salomonisch fügt er hinzu: Es habe in der Vergangenheit immer wieder unterschiedliche Einschätzungen zum Thema Geruchsbelästigung in den Pavillons gegeben.

Eltern, Schüler und auch Lehrer sind da anderer Meinung: Sie beschwerten sich in jüngster Zeit immer wieder über die feuchten und schimmeligen Wände sowie die stinkenden Klos in den Pavillons. Ende des vergangenen Jahres entschied die Schulgemeinschaft gar, freiwillig in einem der Pavillons das Untergeschoss zu schließen. „Wir halten das nicht mehr aus, finden diese Zustände für die Kinder unzumutbar und wollen dort nicht mehr unterrichten“, sagte die Rektorin Sabine Nafe damals.

Forderung nach einem Container wurde zuerst abgelehnt

Der Vaihinger Bezirksbeirat sprang der Schule zur Seite. Er forderte im Dezember unter anderem einen Sanitärcontainer. Im Januar lag die Antwort des Schulverwaltungsamts vor. Damals schrieb die Amtsleiterin Karin Korn, dass Toilettencontainer nur in einer gewissen Entfernung zu den bestehenden Pavillons aufgestellt werden könnten. „Da in jedem Fall ein Weg in Kauf genommen werden müsste, wird auf die Toiletten in den anderen Gebäudeteilen verwiesen“, sagte Korn damals. Zudem habe die Stadt derzeit kein Geld für Sanitärcontainer, war in dem Schreiben noch zu lesen. Die Bezirksbeiräte waren mit dieser Antwort freilich ganz und gar nicht zufrieden und erneuerten im vergangenen Monat gleich noch einmal ihre Forderung.

Mit Erfolg. Der weiße Kasten mit den Toiletten steht nun zwischen den beiden Pavillons – dort, wo noch im Januar laut Schulverwaltungsamt angeblich kein Platz für den Container war. Ab März sollen die Mädchen und Jungen die dortigen Klos nutzen können. Bis dahin sind die erforderlichen Versorgungs- und Entsorgungsleitungen installiert, so der Plan der Stadtverwaltung.

Toiletten sind für ein Jahr angemietet

Die Container sollen rund ein Jahr stehen bleiben. Denn im Frühjahr 2016 wird der Interimsbau für die Pestalozzischule fertig sein und dann können die Klos in der Außenstelle wieder abtransportiert werden. Die Stadt hat den Container angemietet. Die Kosten für rund ein Jahr betragen 12 000 Euro.

Schulleiterin Sabine Nafe ist froh, dass sich die Verwaltung nun doch noch zu dem Sanitärcontainer durchringen konnte. „Das beruhigt die Situation an unserer Schule. Die von den Toiletten in den Pavillons ausgehende Geruchsbelästigung war in der Vergangenheit immer wieder ein Thema.“ Freilich gebe es in den Pavillons noch viele weitere Probleme und der Container sei nur ein Anfang. Darum hofft Nafe, dass sich die Fertigstellung des Interimsbaus nicht noch einmal verzögert. Das wäre für die Schulgemeinschaft „furchtbar“, sagt die Rektorin. Eigentlich sollte der Interimsbau schon fast stehen. Der Gemeinderat hat dafür schon vor einer ganzen Weile 7,5 Millionen Euro bereit gestellt. Doch Ende des vergangenen Jahres war klar, dass sich das Projekt noch einmal verzögert.

Nafe und ihr Team haben das mittlerweile akzeptiert, sind angesichts der Raumnot enger zusammengerückt und hoffen auf die Zukunft. Was die bestehenden Gebäude und den neuen Sanitärcontainer betrifft, hat Nafe aber noch eine Bitte. Sie hat dem Schulverwaltungsamt einen Brief geschrieben und dafür plädiert, dass die Toiletten, aber auch die Flure häufiger gereinigt werden. Denn inzwischen besuchen viele der Mädchen und Jungen das Schülerhaus und sind daher bis 17 Uhr an der Schule. „Das macht einfach mehr Dreck und das sieht man“, sagt Nafe.

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