Hier wird gearbeitet: Die Max-Eyth-Schule in der Stadtmitte. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Das Geld ist da, allerdings fehlen die Leute, um es auch ausgeben zu können: Weil im Stuttgarter Rathaus nicht genügend Experten arbeiten, verlottern die Schulgebäude in der Stadt. Und wie sieht es in der Region aus?

Stuttgart - Auch in der Region Stuttgart sind etliche Schulen marode und müssen saniert oder gar neue Gebäude gebaut werden. Hier einige Beispiele.

Stuttgart: Das Volumen des Schulsanierungsprogramms für Stuttgarter Schulen umfasst mehr als 565 Millionen Euro. In der Planung bis zum Jahr 2022 sind 485 Millionen Euro berücksichtigt. Laut Gemeinderatsbeschluss soll für 50 Millionen Euro pro Jahr saniert werden. Tatsächlich schaffte die Stadt in den letzten Jahren nur 34 Millionen Euro jährlich zu verbauen. Das übrige Geld wird übertragen. Es darf nicht für andere Zwecke verwendet werden. Daneben stehen zahlreiche Baumaßnahmen an: Etwa der Umbau von Grundschulen zu Ganztagsschulen und Werkreal- und Real- zu Gemeinschaftsschulen. Diese brauchen Mensen und Aufenthaltsräume oder einen Campus. Auch bei der Umstrukturierung und Bündelung der beruflichen Schulen müssen die Bagger anrücken. Oder wenn Schulen Ersatzneubauten oder Erweiterungsbauten bekommen. Benötigt werden Investitionen zwischen einer halben und einer Milliarde Euro.

Göppingen: Auch die Stadt Göppingen schiebt eine Bugwelle an schulischen Sanierungsprojekten vor sich her. Mit geschätzten 16,4 Millionen Euro ist die geplante energetische Sanierung des Hohenstaufengymnasiums eine der teuersten. Dagegen hat Geislingen einen Packen Hausaufgaben erledigt und das Michelberggymnasium in ein Plusenergiegebäude umgebaut, das mehr Energie erzeugt als verbraucht. Weil mehr als die Hälfte der Schüler aus dem Umland kommen, sollen sich die Nachbarn an den 19,1 Millionen Euro Kosten beteiligen. Darüber wird derzeit gestritten.

Freiberg am Neckar: Marode Grundschulen haben hier sogar einen Bürgerentscheid ausgelöst: Weil Bürger und Eltern alle drei Grundschulen der Ortsteile erhalten wollten, kippten sie einen Gemeinderatsbeschluss, nach dem eine große, zentrale Schule neu gebaut werden sollte. Kosten: 26 Millionen Euro. Nun müssen alle drei Schulen saniert werden, was die Stadt mehr Geld kostet.

Bietigheim-Bissingen: In der Stadt ist die Schulentwicklung die auf Jahre größte Baustelle. Neben dem Ausbau zu Ganztagesschulen müssen die Ellental-Gymnasien saniert werden. Die Kosten: 18 Millionen Euro.

Herrenberg: Im Stadtteil Haslach steht eine Grundschule beispielhaft für marode Schulhäuser. Der Einfachbau war einsturzgefährdet. Die Kinder wurden laut Gutachter unter Lebensgefahr unterrichtet. Inzwischen ist die Statik soweit stabilisiert, dass der Bau weiter benutzt werden darf. Weil eine Sanierung finanziell sinnlos wäre, soll er baldmöglichst einem Neubau weichen. Die Kosten dafür sind auf rund 6,5 Millionen Euro kalkuliert.

Sindelfingen: Etliche Schulen sind sanierungsbedürftig. Doch durch die schwankenden Gewerbesteuereinnahmen und die angespannte Haushaltslage muss sich die Stadt auf einige Projekte konzentrieren. So steht vor allem eine Renovierung der in die Jahre gekommenen Realschule am Klostergarten an. Hier werden Ausgaben von 17,1 Millionen Euro kalkuliert.

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