Das neue Schulleitungsteam, Rektorin Christine Berrer (links) und Konrektorin Gabriele Fischer, hat eine große Aufgabe vor sich. Foto: Georg Friedel

Die Hattenbühlschule strebt den Wechsel zur „Ganztagsschule in Wahlform“ an. Der Antrag wurde Anfang Oktober gestellt, im kommenden Schuljahr soll es losgehen.

Feuerbach - Der Gemeinderat hat im Jahr 2011 den schrittweisen Ausbau von Ganztagesgrundschulen in Stuttgart beschlossen. Doch in Feuerbach kam diese Entwicklung seitdem nur schleppend voran. Denn nur eine von insgesamt drei Grundschulen im gesamten Stadtbezirk bietet bisher eine Ganztagsbetreuung an: die Bachschule. „Wir sind seit neun Jahren eine teilgebundene Ganztagsschule und wollen dies auf jeden Fall auch bleiben“, sagt Schulleiterin Simone Werner. Seit Jahren herrscht dort ein Ansturm auf die raren Ganztagesplätze in Feuerbach, fürs aktuelle erste Schuljahr landeten 14 Umschulungsanträge aus dem Einzugsgebiet der Hattenbühlschule auf dem Schreibtisch der Bachschul-Rektorin: „Wir konnten alle aufnehmen“, sagt Werner.

Hattenbühlschule stellt die Weichen für ein Ganztagsangebot

Die beiden anderen Feuerbacher Grundschulen bieten bisher lediglich eine Kernzeitbetreuung an. Doch das soll sich nun bald ändern – zumindest im Fall der Hattenbühlschule. Die Weichen in Richtung Ganztagsangebot sind inzwischen gestellt: Am 1. Oktober dieses Jahres wurde der entsprechende Antrag beim Land eingereicht. Eingeführt werden soll zunächst das Betreuungsmodell von 8 bis 15 Uhr an vier Tagen in der Woche (Montag bis Donnerstag). Die Trägerschaft für das entsprechende sozialpädagogische Betreuungsangebot übernimmt das Jugendamt. „Unsere Schule steht vor der großen Aufgabe, in diesem Jahr eine Ganztagsschule auf den Weg zu bringen“, sagt die neue Schulleiterin Christine Berrer. Kommendes Schuljahr soll es losgehen. Einzelne Bausteine und Angebote der Kernzeitbetreuung – wie zum Beispiel die Gitarren-AG oder auch das Gemeinschaftserlebnis Sport – sollen in das zukünftige Ganztagsangebot integriert werden, betont Konrektorin Gabriele Fischer. Gestartet werden soll der Ganztagsunterricht bei den künftigen Erstklässlern zum Schuljahresbeginn 2019: Notwendig sind allerdings mindestens 25 Anmeldungen für den Ganztag. Momentan besuchen 301 Schüler die Grundschule an der Linzer Straße 90. „Wir haben in der 3. Klasse vier Züge, alle anderen Stufen sind dreizügig“, sagt Berrer. In Kürze soll es eine Auftaktveranstaltung zum neuen Ganztagsangebot geben. „Wir nehmen alle mit ins Boot.“ Gleichzeitig hofft sie, dass die Stadt die notwendigen Mittel für bauliche Maßnahmen bereitstellt. Geplant ist unter anderem, dass ein Modulbau erstellt werden soll, in den die Schüler während der Umbaumaßnahmen ausweichen. Das Gebäude soll später weiter genutzt werden.

Bereits im Juli 2017 hatte der Gemeinderat einer städtischen Beschlussvorlage zur Einrichtung weiterer Ganztagsschulen zugestimmt. Darin wurde neben der Hattenbühlschule als „Ganztagsgrundschule in Wahlform“ auch die Hohewartschule genannt. Eigentlich sei laut der Beschlussvorlage auch dort die Antragstellung zum 1. Oktober dieses Jahres beabsichtigt gewesen, sagt die Leiterin des Schulverwaltungsamtes Karin Korn.

Hohewartschule hat den Zeitpunkt noch nicht festgelegt

Doch in der Hohewartschule will man noch warten. Zwar gibt es einen Grundsatzbeschluss der Schulkonferenz zum Wandel zum Ganztag in Wahlform: Nur wann dies geschehen soll, steht nach Angaben von Schulleiterin Sabine Dehlwes noch nicht fest. Es habe eine weitere Schulkonferenz gegeben, in dessen Verlauf der Beschluss gefasst worden sei, den Zeitpunkt der Beantragung offen zu lassen, so Dehlwes. „Wir hoffen, dass wir im Oktober 2019 den Antrag stellen können.“ Doch für den Ganztagsbetrieb sind auf dem Schulgelände, das die Hohewartschule gemeinsam mit der Realschule nutzt, bauliche Erweiterungen und Veränderungen notwendig. Wie diese umgesetzt werden können, soll nun mit den zuständigen Behörden und Planern geklärt werden.

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