Beim Turn-Workshop machen auch die Jüngsten mit. Foto: Simon Rentschler

Zum dritten Mal unterstützt das Hölderlin-Gymnasium mit einem Teil der Erlöse aus dem Weihnachtsbasars das Centro Abierto Rayito de Luz. Vor kurzem gingen 1730 Euro an das Kinder- und Jugendzentrum in Chile, das in einem der ärmsten Viertel von Santiago de Chile, in Puente Alto liegt. Nach Schule oder Kindergarten werden dort jungen und Mädchen betreut, die in schwierigen sozialen Verhältnissen leben.

Stuttgart-Nord - Zum dritten Mal unterstützt das Hölderlin-Gymnasium mit einem Teil der Erlöse aus dem Weihnachtsbasars das Centro Abierto Rayito de Luz. Vor Kurzem gingen 1730 Euro an das Kinder- und Jugendzentrum in Chile, das in einem der ärmsten Viertel von Santiago de Chile, in Puente Alto, liegt. Nach Schule oder Kindergarten werden dort Jungen und Mädchen betreut, die in schwierigen sozialen Verhältnissen leben.

Der Kontakt kam auf private Initiative von Simon Rentschler zustande. Der 37-Jährige ist Lehrer für Englisch und Geschichte am Hölderlin-Gymnasium. Vor drei Jahren hat er eine zwölfmonatige Auszeit vom Beruf genommen und war während seines Sabbatjahres auch in Südamerika. „In Santiago de Chile erfuhr ich von dem Projekt und hab das Kinder- und Jugendzentrum besucht“, sagt Rentschler. Vom Zentrum der chilenischen Hauptstadt dauert die Fahrt mit dem Bus zwei Stunden. Den Lehrer hat bei seiner Ankunft sofort begeistert, mit wie viel Herz und Leidenschaft sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter für die Kinder einsetzen.

Herz des „Centro Abierto Rayito de Luz“ ist Angélica Toro Robleros. Seit gut 20 Jahren setzt sie sich für die Kinder und Jugendlichen im Projekt ein. Viele von ihnen sind sexuell missbraucht worden, haben seelische oder körperliche Gewalt erfahren oder kommen aus Familien, in denen Alkohol- und Drogenmissbrauch zum Alltag gehören. „Im Zentrum finden sie ein gesundes soziales Umfeld, das ihnen helfen soll, nicht auf die schiefe Bahn zu geraten und ihr Leben zu meistern“, sagt Rentschler. Zu den Angeboten für die jungen Menschen gehört unter anderem Hausaufgabenbetreuung. Es gibt Workshops, in denen im Team Gemüse gepflanzt wird. Einmal pro Woche steht Fußballtraining auf dem Programm. Außerdem bekommen die Kinder und Jugendlichen außer am Wochenende jeden Tag ein Abendessen.

Zwischenzeitlich stand das Jugendzentrum vor dem aus

Zurück in Deutschland war Simon Rentschler klar, dass er das Projekt unterstützen möchte. Die Basisarbeit im Centro Abierto Rayito de Luz wäre nach Ansicht des Lehrers undenkbar, ohne CoRazón, dem Verein, der das Sozialprojekt seit 2010 finanziell unterstützt. „Ich war vor acht Jahren selbst in Chile und habe im Vorläuferprojekt Los Pinos mitgearbeitet“, berichtet Bastian Gaupp, Gründungsmitglieder von CoRazón. Er hat jetzt den Scheck über 1730 Euro im Hölderlin-Gymnasium in Empfang genommen. „Wir konnten damals die Räumlichkeiten einer Schule in Santiago nutzen, aber nachdem sich die aus der Unterstützung zurückzog, stand das Projekt plötzlich vor dem Aus. Das wollte Angélica nicht akzeptieren und entschloss sich, einfach alleine weiterzumachen. Wir wollten sie dabei unterstützen und haben deshalb den Verein gegründet“, sagt Gaupp.

Und das mit Erfolg, denn dank der Hilfe aus Deutschland wächst das Projekt weiter. Inzwischen kommen täglich gut 30 Kinder und Jugendliche ins Zentrum, und drei Freiwillige aus Deutschland konnten auch schon an das Centro Rayito de Luz vermittelt werden. Auch der Schulleiter des Hölderlin-Gymnasiums, Matthias Wasel, steht voll hinter dem Projekt: „Wir freuen uns, dass wir diese Arbeit in Chile unterstützen können und sind stolz auf unsere Schülerschaft, die jedes Jahr von Neuem bereit ist, zusätzlich verschiedene Kuchenverkäufe zu organisieren, um so Geld für Rayito de Luz zu sammeln“, sagt er.

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