Es geht wieder los: Für 1,12 Millionen Schüler in Baden-Württemberg sind die Sommerferien vorüber. Foto: dpa

Am Montag beginnt auch für die Kinder und Jugendlichen im Südwesten die Schule wieder. Wir haben aufgeschrieben, was sich zum neuen Schuljahr ändert.

Stuttgart - Mit durch den Flüchtlingsstrom gedrosseltem Tempo geht der Schülerschwund im Südwesten auch im neuen Schuljahr weiter. Nach 1,13 Millionen Schülern an allgemeinbildenden Schulen im vorherigen Schuljahr erwarten die Statistiker nun 1,12 Millionen. An den beruflichen Schulen stagniert die Zahl nach der Prognose bei rund 423.000. Besonders für die 52.500 Schüler an Sonderschulen ändern sich die Rahmenbedingungen.

Die wichtigsten Neuerungen im Schuljahr 2015/16:

- Nach 40 Jahren fällt die Sonderschulpflicht. Eltern behinderter Kinder können entscheiden, ob ihr Nachwuchs auf einer Sonderschule oder auf einer allgemeinen Schule unterrichtet wird. Dafür stellt das Land 200 zusätzliche Stellen für Sonderschul- und allgemeine Lehrer bereit.

- Weiteres Megaprojekt ist die Integration von jungen Flüchtlingen in die baden-württembergischen Schulen. Nach 200 Stellen im vergangenen Schuljahr werden 2015/16 dafür weitere rund 360 zusätzliche Stellen bereitgestellt. Die Förderung dieser Schülergruppe lässt sich das Land dann 24,8 Millionen Euro im Jahr kosten. Auch im Kita-Bereich werden die Mittel aufgestockt.

- Im Schuljahr 2015/16 wird die Zahl der Gemeinschaftsschulen auf 271 steigen; auf dieser von der Opposition torpedierten Schulart lernen Kinder mit Gymnasial-, Realschul- und Hauptschulempfehlung zusammen. Es ist das grün-rote Prestigeprojekt, um schulischen Erfolg und soziale Herkunft zu entkoppeln.

- Grün-Rot setzt den Ausbau des Ganztagsbetriebs an den Grundschulen fort. Im Schuljahr 2015/2016 gehen weitere 120 Grundschulen mit Ganztagsangebot an den Start.

- Der islamische Religionsunterricht wird massiv ausgebaut. Zu den bestehenden 35 Standorten kommen 41 Schulen hinzu. Erstmals sind auch drei Gymnasien unter den Modellschulen. Kultusminister Andreas Stoch (SPD) sieht in diesem Angebot ein Instrument gegen «religiösen Analphabetismus».

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