Auch das Umziehen in der Wechselzone ist eine Herausforderung, die dieser Athlet eben mit Bravour gemeistert hat. Foto: Gottfried Stoppel

Im Wunnebad sind am Freitag 1418 Kinder und Jugendliche zum 12. Winnender Schultriathlon angetreten. Mehr als 100 freiwillige Helfer sorgten auch dieses Mal dafür, dass der Wettkampf reibungslos lief und alle ihren Spaß dabei hatten.

Winnenden - Mehrere Mütter stehen am Sportbecken des Wunnebads. Die Spannung steigt, denn auf der gegenüberliegenden Seite bereiten sich im Becken ihre Kinder auf den Start vor. Im Wasser sieht man die aufgeregten Gesichter, die jetzt hinüber zur Starterin schauen. „Noch zehn Sekunden“, ruft die Lehrerin und hebt die rechte Hand mit der Presslufthupe in die Höhe. Eine der Mütter zappelt regelrecht vor Aufregung. Ihre Nachbarin grinst sie an und sagt: „Jetzt beruhig dich halt.“ In diesem Moment trötet die Starthupe, und jetzt ist es auch bei ihr vorbei mit der Contenance: Alle zusammen beginnen die Kinder lautstark anzufeuern.

Im Sportbecken schäumt das Wasser, als sich die jüngsten Athleten des Schultriathlons auf den Weg machen. Eine Bahn müssen sie schwimmen, dann geht es in die Wechselzone, wo ihre Radhelme liegen. Die ersten Schwimmerinnen stemmen sich bereits aus dem Becken, als der größte Teil dieses Durchgangs gerade mal die Hälfte geschafft hat. „Lauf, lauf, lauf“, schreit eine Frau, als ihre Tochter vorbei wetzt, strahlend vor Aufregung und Begeisterung. Bei so viel Adrenalin ist es gar nicht einfach, seine Sachen zu finden, geschweige denn patschnass ins T-Shirt zu schlüpfen. „Becken leer“, ruft einer der Helfer, nachdem die letzten kleinen Schwimmer herausgeklettert sind. Jetzt geht es ans Radfahren.

Der frühere Sportamtsleiter managt den Start der Radfahrer

Das Parkrondell an der Straße nach Hanweiler wird beim Winnender Schultriathlon immer zur Fahrradzone umfunktioniert. „Das ist wirklich klasse dafür geeignet“, sagt Roland Dörr, der am Ausgang des Rondells dafür sorgt, dass die Teilnehmer erst auf ihr Rad steigen, wenn sie an der Straße angekommen sind. Der frühere Leiter des Kultur- und Sportamtes der Stadt ist einer von rund 100 ehrenamtlichen Helfern. „Das ist doch klar, dass ich da mitmache“, sagt der Ruheständler Dörr, der bei dem einen oder anderen Rennfahrer noch ein bisschen Starthilfe gibt.

Gerd Feess, der Leiter der Grundschule Hertmannsweiler, kommt mit einer Gruppe seiner Schüler vorbei, um die Räder abzuholen. Alle tragen bereits ihre Finisher-Shirts, die es am Ziel für jeden der 1418 Teilnehmer gibt. „Ich habe mit den Kindern immer am Samstag hier im Bad trainiert. Sie sollen ja Spaß haben und am Ende nicht auf dem Zahnfleisch ins Ziel kommen.“ Die Eltern haben die Schüler dazu ins Bad gebracht. „Die sind dann in die Stadt und haben ihre Kinder später abgeholt.“

Gerd Feess ist einer der Mitorganisatoren des Sportspektakels, das dieses Jahr bereits zum zwölften Mal zusammen mit dem Württembergischen Triathlonverband veranstaltet wurde. „Es ist großartig, dass wir dazu von Jahr zu Jahr immer mehr Meldungen bekommen“, sagt Peter Mayerlen, der Geschäftsführer des Verbands, der in Winnenden wohnt. „Es machen alle weiterführenden Schulen in Winnenden mit und die Grundschulen mit den dritten und vierten Klassen.“ Neben den Lehrern sind Sportler des Radclubs 93 und vom VfL Waiblingen seit Anfang an mit dabei, um zu helfen, die DLRG und das Rote Kreuz sind ebenfalls mit im Spiel. „In den ganzen Jahren ist nie etwas passiert. Das zeigt auch, dass der Schultriathlon sehr gut organisiert ist“, sagt Gerd Feess.

Die Begeisterung ist bei allen deutlich zu spüren

Die Begeisterung ist jedenfalls bei den Teilnehmern wie den Organisatoren mehr als deutlich zu spüren. Wer den sportlichen Teil hinter sich hat, chillt auf der Liegewiese oder saust auf den Wasserrutschen herum. Und das alles mit dem fröhlichen Getöse, das gemeinsamen schulfreien Tagen eigen ist. Beim Winnender Schultriathlon gibt es nur Gewinner.

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