Die Rigby Middle School in Idaho/USA wird zum Tatort von Waffengewalt. Foto: dpa/Natalie Behring

An einer Schule in Idaho zieht eine Sechstklässlerin eine Handfeuerwaffe aus dem Rucksack und eröffnet das Feuer auf Mitschüler und Lehrer. Drei Menschen werden verletzt.

Rigby/Idaho - Eine Sechstklässlerin hat nach Polizeiangaben in einer Schule im US-Bundesstaat Idaho um sich geschossen und dabei zwei Mitschüler sowie einen Erwachsenen getroffen. Nach dem Vorfall an einer Mittelschule in der Kleinstadt Rigby am Donnerstag (Ortszeit) seien die Verletzten mit nicht lebensgefährlichen Schusswunden in ein Krankenhaus gebracht worden, sagte der Sheriff des Bezirks Jefferson, Steve Anderson.

Eine Waffe im Rucksack

Die Schülerin habe eine Handfeuerwaffe aus ihrem Rucksack gezogen und zunächst in einem Flur und dann draußen mehrere Schüsse abgegeben, sagte Anderson weiter. Ein Lehrer habe sie schließlich entwaffnen und festhalten können, bevor herbeigerufene Polizisten eingetroffen seien.

Die mutmaßliche Schützin befinde sich in Gewahrsam. Angaben zu einem möglichen Motiv gab es zunächst nicht. Staatsanwalt Mark Taylor sagte, seine Behörde werde Anklage erheben, sobald die Ermittlungen abgeschlossen seien, „möglicherweise wegen versuchten Mordes in drei Fällen“.

Ein Albtraum

„Dies ist der schlimmste Albtraum, den ein Schulbezirk je erleben kann“, sagte Schulbezirksleiter Chad Martin. Man bereite sich darauf vor, sei aber nie wirklich bereit dafür. Nach dem Vorfall wurden Eltern gebeten, ihre Kinder von der Schule abzuholen. Der Unterricht sollte am Freitag im gesamten Schulbezirk ausfallen.

Die Grausamkeit der Statistik

Mitte April vermeldete der Nachrichtensender CNN, dass in den USA alleine im Jahr 2021 bereits zu 147 Massenschießereien gekommen sei. Als „Mass Shooting“ bezeichne man, laut der Organisation Gun Violence Archive (GVA), Vorfälle mit Schusswaffen, bei denen mehr als drei Menschen getötet oder verletzt werden. Seit Mitte April sind 27 neue Fälle dazugekommen. Streng bürokratisch wird der jüngste Fall in Idaho, somit nicht dieser Statistik zugeordnet.

Jegliche Bestrebungen, das Waffenrecht in den USA zu verschärfen, scheiterten bislang an der mächtigen Waffenlobby der Vereinigten Staaten. US-Präsident Joe Biden kündigte jüngst an, Maßnahmen ergreifen zu wollen, um die Schusswaffengewalt in den USA einzudämmen.

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