Das Schlossberg-Plateau soll überbaut werden. Foto: Stefanie Schlecht

Die Verwaltung rechnet vor der Sommerpause 2024 mit Ergebnissen der Grabungsarbeiten am Böblinger Schlossberg. Die Baubürgermeisterin nimmt Stellung zur Petition.

Wie es mit der Bebauung des Böblinger Schlossbergs weitergeht, wird wohl frühestens in einem Jahr feststehen. Erst dann werden die notwendigen Ergebnisse der Grabungen im Untergrund des historischen Ortes vorliegen. Der Blick in die Tiefe wird notwendig, weil die Denkmalschützer im Hang des Schlossberges Relikte von historischer Bedeutung vermuten. Aber auch die Statiker müssen das Areal genauer inspizieren. Von deren Erkenntnissen wird abhängen, wo und wie umfangreich das Gelände bebaut werden kann, auf dem bis ins Jahr 1943 das Böblinger Schloss stand.

 

Die Grabungsarbeiten dauern acht Monate

Baubürgermeisterin Christine Kraayvanger hat in der vergangenen Gemeinderatssitzung auf den Zeitplan hingewiesen. Kraayvanger zufolge soll der Gemeinderat die Grabungsarbeiten nach der Sommerpause vergeben. Ende des Jahres könnte die Maßnahme dann beginnen. Bereits im Frühjahr sind einige der Bäume auf dem Schlossberg-Plateau gefallen, um Platz für die Grabungen zu machen. Die Baubürgermeisterin rechnet mit acht Monaten Dauer für diese Arbeiten. Ergebnisse könnten somit vor der Sommerpause 2024 vorliegen.

„Supergute Form von Bürgerbeteiligung“

Auch zu der Petition, die die Böblingerin Corinna Baisch auf der Plattform Open-Petition gegen die Schlossberg-Bebauung angestrengt hat, äußerte sich Christine Kraayvanger. Wie berichtet haben sich 930 Menschen gegen die bisher skizzierten Bebauungspläne ausgesprochen. Dies hat zur Folge, dass die Verwaltung und die Stadträte nun von den Plattform-Betreibern angeschrieben und um Stellungnahme gebeten werden.

Christine Kraayvanger begrüßte die Petition gegenüber dieser Zeitung als „supergute Form von Bürgerbeteiligung“ und versprach, deren Anliegen in das Verfahren zur Schlossberg-Bebauung aufzunehmen. Sie wies aber auch darauf hin, dass es hierfür noch zu früh sei, da man sich derzeit erst im Stadium einer Machbarkeitsstudie befinde.

Einwände können erst berücksichtigt werden, wenn die Planung konkret wird

Die Petition von Corinna Baisch wendet sich in erster Linie gegen die Dimension des so genannten Südflügels. Der soll laut Machbarkeitsstudie drei Geschosse umfassen und die Bebauung dominieren. Einwände gegen die Architektur seien erst verwertbar, wenn die Planung konkret werde, betonte Kraayvanger.

In der Verwaltung, erklärte die Baubürgermeisterin, gebe es keine fundamentale Ablehnung dieser Kritik. Letztendlich müsse jedoch der Gemeinderat entscheiden, wie die Bebauung dieses für die Böblinger Silhouette so wichtigen Areals einmal aussehen soll.