Am früheren Standort in Göppingen sorgten die Nymphen noch für erregte Debatten. In Uhingen (unser Bild) firmiert das Werk neuerdings an exponierter Stelle als braves „Tischgeflüster der Schlossgeister“. Foto: Horst Rudel

Mit einem braven neuen Titel versehen, ist eine Plastik von Wolfgang Thiel nun vor Schloss Filseck in Uhingen aufgestellt worden. Vor 20 Jahren sorgte das Werk für einen Skandal.

Uhingen - So ändern sich die Zeiten: Die Großskulptur „Tischgeflüster der Schlossgeister“, die seit Kurzem die Besucher auf Schloss Filseck an exponierter Stelle unmittelbar vor dem Parkplatz begrüßt, hat vor knapp 20 Jahren in Göppingen noch zu einem Kunstskandal geführt. Damals zierten vier der großen Stahlplatten den Haupteingang der Kreissparkasse (KSK) zum Bahnhof hin. Vor allem die nackten Tatsachen der Tänzerin Siris auf Platte Nummer drei erregten damals öffentlich Ärgernis und waren Anlass für moralinsaure Diskussionsabende über Sinn und Unsinn der Werke. Die KSK-Chefs blieben damals standhaft und traten für die Kunstfreiheit ein.

Aus Nymphen werden Schlossgeister

Nun hat der Künstler Wolfgang Thiel das Figurenensemble, das dem Umbau der KSK-Zentrale weichen musste und von der Bank jetzt der Stiftung Schloss Filseck leihweise überlassen wird, für den neuen Standort weiterentwickelt und um zwei Figuren erweitert. Aus tanzenden Nymphen, die vor 20 Jahren unter keinen Umständen mit Feigenblättern hätten verfälscht werden dürfen, wurden kurzerhand Schlossgeister beim Tischgeflüster. Wie wandelbar Kunst doch ist. (non) Foto: Horst Rudel

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: