Immer mit der Ruhe: Der Trainer des FC Bayern München Jupp Heynckes. Foto: AFP

Kleider machen Leute. Oder auch nicht. Um das herauszufinden, unterziehen wir den Kleidungsstil bekannter Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur einem Stresstest – und zwar regelmäßig an dieser Stelle. Heute: Jupp Heynckes.

Stuttgart - Seit Wochen wird der Mann als eine Art bajuwarischer Heilsbringer gefeiert. Jupp Heynckes führt den zuletzt strauchelnden FC Bayern München von Sieg zu Sieg. Die Tabellenspitze in der Fußballbundesliga wurde wieder erklommen und in der Championsleague ist man eine Runde weiter. Die Fans, die Spieler, der Vorstand und alle anderen Juppis sind begeistert ob des pragmatischen Stils, mit der dieser Trainersenior an der Seitenlinie auftritt.

Model oder Übungsleiter

Dazu passt das äußere Erscheinungsbild des 72-Jährigen, das sich von einigen modischen Marotten und stilistischen Eskapaden im internationalen Trainergeschäft wohltuend abhebt. In den letzten Jahren hatte man gelegentlich den Eindruck, dass die Cheftrainer bei großen Vereinen mehr Zeit beim Herrenschneider verbringen als bei der Spieleranalyse oder auf dem Rasen. Schon klar, man ist längst nicht nur Übungsleiter und Hütchenträger, sondern vor allem auch Model und Manager. Und wenn es mal regnet, stellt man sich demonstrativ im edlen Zwirn an die Linie, um allen zu zeigen: Schaut her, so hart bin ich im Nehmen – und leisten kann ich es mir auch. Jupp Heynckes aber zieht, wenn es mal kalt und feucht wird im Stadion, über seinen Anzug eine dicke Daunenjacke, und zwar die mit dem Vereinslogo. Das sieht ungefähr so sexy aus wie eine Blutgrätsche auf vereistem Platz. Doch der Mann sorgt sich um seine Gesundheit, die Eitelkeit ist zweitrangig, was vernünftig ist. Und, wie man sieht, auch ziemlich erfolgreich.

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