Die Zettel sind verschwunden, die Halle ist wieder geöffnet. Foto: factum/Granville

Der Verdacht, dass die Luft die Lunge schädigt, ist widerlegt. Ein Gutachter hat keinerlei schwebende Mineralfasern entdeckt.

Magstadt - Hallensport in Magstadt schadet doch nicht der Gesundheit. Die Luft in den beiden örtlichen Sporthallen ist frei von mineralischen Schadstoff-Fasern. Dies haben Messungen eines Gutachterbüros ergeben. Weil der gegenteilige Verdacht aufgekommen war, hatte die Gemeinde die Hallen vorübergehend geschlossen (wir berichteten). Inzwischen können die Sportler wieder wie gewohnt trainieren und ihre Wettkämpfe austragen. Besonders die Magstadter Handballer hatten befürchtet, dass sie mangels Trainingsmöglichkeiten ihre letzten drei Saisonspiele verpatzen könnten.

Den Verdacht, dass die Luft in den Hallen Gesundheitsgefahren bergen könnte, hatte ein Elektriker genährt. Beim Umbau des Trainingsraums der Ringer hatte er Mineralwollematten entdeckt und gewarnt, dass das Einatmen von Fasern die Lunge schädigen könnte. Auch der benachbarte Kindergarten schien betroffen. Dort wurde allerdings anderes Dämm-Material verbaut. Gleiches gilt für die eine der beiden Sporthallen.

Alle Vorsicht hat sich als unnötig erwiesen

Um über die zweite Halle Klarheit zu bekommen, beauftragte die Gemeinde einen Gutachter. Das Gesundheitsamt des Landratsamts bewertete dessen Expertise. Direkt nach der Schadstoffmessung „wurde das Material abgeklebt“, sagt Dusan Minic, der Sprecher der Behörde. Was sich als unnötig erwies. Denn das Ergebnis des Gutachtens ist: In der Luft ist keine Belastung festzustellen. Falls überhaupt Mineralfasern durch die Halle schweben, liegt ihre Zahl unter der Grenze des Nachweisbaren. Das bedeutet, dass eine mögliche Belastung weniger als ein Drittel des gesetzlich zulässigen Wertes erreichen würde.

Ungeachtet der Unbedenklichkeit will die Gemeinde die Mineralwolle entfernen lassen. Zur Zeit seines Einbaus galt das Material laut Auskunft des Gesundheitsamts als unbedenklich. Nach heutigem Stand sei nicht ausgeschlossen, dass nach dem Einatmen von Partikeln Tumore entstehen könnten. „Wir tun das vorsorglich, um jede Gefahr auszuschließen“, sagt ein Sprecher des städtischen Bauamts. Die alte Dämmwolle werde nach den Richtlinien des Arbeitsschutzes ausgebaut und entsorgt. Unklar ist, ob der angepeilte Termin für die Arbeiten in den Sommerferien eingehalten werden kann. In den sechs Wochen ist die Halle für den Sportbetrieb ohnehin geschlossen. Drei der sechs Wochen fallen allerdings mit den Handwerkerferien zusammen. Die Arbeiten sollen unabhängig vom Termin auf jeden Fall so organisiert werden, dass der Sportbetrieb möglich bleibt.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: