Im Alltag wird der Friolzheimer Marktplatz vor allem als Parkplatz genutzt. Die Parkflächen in der Mitte des Platzes sollen zukünftig wegfallen. Foto: /Simon Granville

Der Friolzheimer Marktplatz soll saniert werden. Der Gemeinderat hat für die Planung kürzlich das Büro Setup für Landschaftsarchitektur aus Leonberg beauftragt. Die Bauarbeiten sollen im Sommer 2025 beginnen. Bis April 2026 muss alles fertig sein.

Der Friolzheimer Marktplatz dient im Alltag vor allem als Parkmöglichkeit. Das soll sich ändern: Die Gemeinde plant, den Marktplatz zu sanieren und eine neue Fläche mit viel Aufenthaltsqualität zu gestalten. Der Gemeinderat hat kürzlich einen wichtigen Schritt dafür getan und das Leonberger Büro „Setup“ für Landschaftsarchitektur mit der Planung beauftragt.

 

Dass der Marktplatz dringend saniert werden muss, steht für Bürgermeister Michael Seiß fest. Es ist mittlerweile schon 40 Jahre her, dass die Fläche zuletzt umgestaltet wurde. „In den 80ern hat das vielleicht ganz gut reingepasst“, sagt er mit Blick auf den Marktplatz. Doch mittlerweile gibt es einige Mängel. Etwa der Ziegelbelag, der ziemlich abgerieben ist – und bei Regen und vor allem bei Eis für Fußgänger zur gefährlichen Rutschpartie wird. Seiß nennt außerdem die in die Jahre gekommenen Pflanztröge und den Brunnen aus Buntsandstein. Diesem habe das kalkhaltige Wasser zugesetzt.

Und auch mit der Stromversorgung bei Veranstaltungen läuft es nicht rund. Die Sanierung des Marktplatzes hat die Gemeinde schon seit mehr als zehn Jahren auf dem Zettel, stellte das Projekt aber erst einmal Jahre zurück, weil es damals aus dem Landessanierungsprogramm herausgefallen war. Damit unterstützt das Land Kommunen mit Förderungen bei städtebaulichen Sanierungsmaßnahmen. Ein paar Jahre später habe die Gemeinde noch einmal die Möglichkeit gehabt, ein Sanierungsgebiet auszuweisen und den Marktplatz aufzunehmen, sagt der Bürgermeister. Das beschloss der Gemeinderat im Jahr 2021.

Das wünschen sich die Bürger für den Marktplatz

Im vergangenen Jahr hat das Projekt dann an Fahrt aufgenommen. Die Gemeinde veranstaltete einen Planungswettbewerb, bei dem mehrere Büros ihre Entwürfe für den Marktplatz einreichten. Eine Kommission aus Architekten, Landschaftsplanern und Gemeinderäten kürte das Büro Setup für Landschaftsarchitektur aus Leonberg zum Sieger.

Zuvor konnten die Friolzheimer bereits im Rahmen einer Bürgerbeteiligung einbringen, wie sie sich ihren neuen Marktplatz vorstellen. Genannt wurden etwa beschattete Bereiche und einen Brunnen oder ein Wasserspiel. Wichtig sei auch, dass man versucht, die Mitte des Marktplatzes frei von parkenden Autos zu halten, so Seiß. In der Ortsmitte soll es trotzdem noch genügend Flächen geben, um das Auto abzustellen, versichert er. Was für alle Beteiligten besonders wichtig ist: Fahrgeschäfte für den Pfingstmarkt müssen Platz haben. „Egal, was wir mit dem Marktplatz machen, die Boxautos müssen drauf“, sagt Seiß.

Mehr Bäume, Wasser und freie Fläche

Diese Anforderungen hat das Büro Setup in seinem Siegerentwurf aufgegriffen. Entstehen soll eine offene Fläche, die von Bäumen gesäumt und verkehrsarm ist. Die Fläche des Marktplatzes soll einen einheitlichen Belag bekommen, um ruhiger zu wirken, erläutert die Projektleiterin von Setup, Mira Schwind. In der Mitte des Marktplatzes fallen die Parkflächen weg, der Parkstreifen an der Kirchstraße und die Plätze in der Rathausstraße sollen erhalten bleiben.

Herzstück des Platzes soll ein Wasserspiel werden. Geplant sind außerdem einige Sitzmöglichkeiten, etwa eine Sitzkante zwischen dem Wasserspiel und dem nördlichen Teil des Marktplatzes bei der Sparkasse. Dieser Bereich soll zudem nach dem Entwurf leicht erhöht werden, einige Bäume sorgen für Schatten.

Im südlichen Teil des Platzes ist eine Freifläche vorgesehen. Dort können zum Beispiel die Boxautos für den Pfingstmarkt stehen. Dass der Marktplatz flexibel nutzbar ist, ist laut Schwind ein wichtiges Gestaltungsmerkmal. Ein weiteres zentrales Prinzip: Klima-Anpassung. Das Zusammenspiel aus sonniger Freifläche und schattigen Plätzen unter den Bäumen soll einen kühlen Luftstrom erzeugen. Der Siegerentwurf ist allerdings noch nicht der endgültige Plan für den neuen Marktplatz. Dieser soll im Mai dem Gemeinderat vorgelegt werden.

2026 soll der Marktplatz fertig werden

Für die Gemeinde wird die Umgestaltung des Marktplatzes ein Großprojekt, die Verwaltung rechnet bisher mit Kosten von rund 1,6 Millionen Euro. Fördermittel zwischen 40 Prozent und 60 Prozent gibt es aus dem Landessanierungsprogramm, erklärt der Bürgermeister. Läuft alles nach Plan, beginnen im Sommer 2025 die Bauarbeiten. Bis Ende April 2026 muss der Marktplatz fertig sein, dann läuft der Bewilligungszeitraum für die Sanierung aus.