Im Varieté Friedrichsbau hat „Just an Illusion“ Premiere gefeiert, eine temporeiche und atemberaubende Zauberrevue.
Mit dem Glanz von vielen fächerförmig ausgestreuten Lichtern beginnt es, mit aufquellendem Nebel, feurigem Rot und tiefem Blau. Dann fliegen zwei Stunden lang die Wunder vorbei, die Dinge, die unmöglich scheinen, aber dennoch geschehen: Zauberer haben ihre Finger im Spiel, Magier, Illusionisten – oder aber: Zauberinnen.
„Just an Illusion“, die neue Show am Friedrichsbau-Varieté, ist ein temporeicher Reigen an Tricks, die immer verblüffen und hinter denen öfter noch als Männer die Frauen stecken. Um den Tübinger Julius Frack, den Briten Craig Christian und den Italiener Gabriele Testa wirbelt magische Frauenpower: Die „Rock Sisters“ Valentina Maria Polizzi, Rossella Petruzziello und Marika La Bianca, die Illusionistin Elisabeth Best und die Magieassistentin Charlotte Frankitt erobern sich die Welt des Übernatürlichen mit Temperament, Charme und Können.
Sprechende Donuts und tanzende Stöcke
Julius Frack ist es, der die Show sehr effektiv eröffnet – dann schon geht der erste Part der Rock Sisters über die Bühne. Fünfmal vor dem Finale werden sie wiederkehren an diesem Abend, werden in metallische oder gläserne Kisten steigen, sich mit Paketfolie umwickeln, sich mit Schwertern durchstoßen – und doch immer wieder unversehrt, strahlend und unbedingt zauberhaft vor ihrem Publikum stehen.
Julius Frack betreibt derweil sein Geschäft mit lässiger Coolness, findet Spielkarten im Publikum, lässt blaue Lichter tanzen, schüttelt sie sich aus den Fingern, holt sie hinterm Ohr hervor. Der Magier hat Bücher mitgebracht zur Show und lässt Zuschauerinnen darin lesen, eine beliebige Seite aufschlagen, ein beliebiges Wort finden, fordert sie auf: „Denkt ganz fest an euer Wort!“ – und die Buchstaben erscheinen prompt, auf Papierbällen, die er lange zuvor ins Publikum warf.
Verblüffender noch Fracks „Paartest“, in dem er zeigt, dass ein lange schon mit sich vertrautes Paar (Robert und Lucy aus dem Publikum) stets weiß, erahnt, was der jeweils andere denkt, erlebt, es selber spürt. Craig Christian derweil ist der verschmitzte Manipulator von Karten, Münzen und zerbrochenen Flaschen; er lässt Donuts sprechen und leuchtende Stöcke tanzen, tritt manchmal gemeinsam mit Elisabeth Best auf, die auch als Solistin große Kraft entfaltet, deren Stimme eindringlich die Angst vor der Kerzenflamme nimmt. Gabriele Testa schließlich zeigt in einem Auftritt, dass Glas kein Hindernis sein muss für rote Bänder.
Der Zauber des Heimkehrens
Rund um das magische Team pulst die Musik, tanzt das Licht. Julius Frack wird am 23. September auf der Friedrichsbau-Bühne abgelöst von der deutschen Truppe The Magic Pearls, sechs Zauberinnen, die mit ihren Großillusionen die magische Welt endgültig zu einer weiblichen machen, wird aber, vom 12. Oktober an, auch zurückkehren. Am Freitagabend feiert Frack mit der Premierenbesetzung der Show – und Elisabeth Best erzählt zuletzt vom Leben der Zauberer, die sich auf Kreuzfahrtschiffen verdingen, von der langen Zeit, die sie selbst oft fern von ihrer Familie verbringen musste, vom Zauber des Heimkehrens.
Sie erzählt, wie sie einst mit ihrer Nichte zum nächtlichen Himmel aufblickte und dieselben Sterne sah wie auf ihren Reisen – und Konfetti beginnt zu fallen, um all die Zauberinnen und Zauberer, die sich nun, um Abschied von ihrem Publikum zu nehmen, noch einmal auf der Bühne versammeln.
Vorstellungen in verschiedenen Besetzungen bis zum 12. November, Informationen unter www.friedrichsbau.de