Vom Doggenburghäusle aus ist deutlich zu erkennen, wie die Werbetafeln die Sicht versperren. Die Tafeln zu entfernen ist nur eine von mehreren Maßnahmen. Foto: Fritzsche

Das Ordnungsamt will die gefährliche Kreuzung an der Lenzhalde teilweise entschärfen.

S-Nord - Die Diskussion über die Verkehrssituation rund um den Zebrastreifen an der Lenzhalde – sowohl im Bezirksbeirat wie auch unter den Anwohnern – bringt nun ein erstes konkretes Ergebnis: Das Amt für öffentliche Ordnung hat gemeinsam mit dem Tiefbauamt kurzfristige Maßnahmen festgelegt, die während der Sommerferien umgesetzt werden sollen. Dazu gehören die provisorische Einengung des Kreuzungsbereiches mithilfe von Leitschwellen, auch Klemmfixe genannt, die Entfernung der Werbetafeln rund um die Verkehrsinsel, auf der das Doggenburghäusle steht, und die Beschränkung der Zufahrt in den Herdweg aus Richtung Kräherwaldstraße auf den Anliegerverkehr. Außerdem soll die Einbahnstraße im Herdweg verlängert werden, und zwar um den Abschnitt zwischen Kräherwald- und Doggenburgstraße. Momentan beginnt die Einbahnstraßenregelung im Herdweg erst nach der Einmündung zur Doggenburgstraße, dies ist die Zufahrt zur Grundschule Im sonnigen Winkel.

Diese Maßnahmen können kurzfristig umgesetzt werden und müssen nicht von einem Gremium abgesegnet werden, erklärt Edgar Riester vom Amt für öffentliche Ordnung. Das liege daran, dass sie sich mit der Verkehrssicherheit begründen ließen. Auch der Bezirksbeirat Nord hatte auf die Notwendigkeit schneller Lösungen gepocht und einen Beschluss gefasst, nach dem „Gefahr im Verzug“ sei und daher umgehend etwas getan werden müsse .

Passiert ist seit dem Unfall vom 24. Juni, bei dem ein neunjähriges Mädchen von einem Auto angefahren und schwer verletzt worden ist, einiges: Die Anwohner haben eine Petition auf den Weg gebracht, mit der Unterschriften für die Veränderung der Verkehrslage im Gebiet Am Kräherwald/Herdweg/Lenzhalde gesammelt werden sollen, und es hat eine Begehung vor Ort mit Martin Schairer gegeben, Bürgermeister für Recht, Sicherheit und Ordnung. „Auch Vertreter von der Verkehrswacht, der umliegenden Schulen und den Schulwegbeauftragten des Ordnungsamtes waren dabei“, berichtet Anna Welling, die Elternbeiratsvorsitzende der Grundschule Im sonnigen Winkel. Sie ist froh, dass sich nun endlich etwas tut: „Wir als Elternschaft würden ein rotes Ampellicht bevorzugen, doch die jetzigen Maßnahmen sind ein erster Schritt. Damit kann man noch nicht zufrieden sein, aber es entschärft die Unübersichtlichkeit der Kreuzung etwas.“

Das Thema Verkehr an der Doggenburg beschäftigt nicht nur Anwohner und Bezirksbeirat seit langem: Auch der Bezirksbeirat West ist involviert, da die Kräherwaldstraße zum Teil durch diesen Bezirk verläuft, im Bürgerhaushalt der Stadt sind mehrere Vorschläge zum Thema Verkehr in diesem Gebiet eingereicht worden, der Jugendrat Nord plädiert für einen Radweg entlang der Kräherwaldstraße, ebenso die Freien Wähler in einem Antrag aus dem Jahr 2011. Die Grünen haben sich zu Beginn dieses Jahres für Tempo 40 an der Lenzhalde und eine Ampelschaltung ausgesprochen. Ob der Gemeinderat die Dringlichkeit nachvollziehen kann und im nächsten Doppelhaushalt Mittel für eine umfassende Neugestaltung des Bereichs beantragen wird, ist offen.

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