Auch die Blumen am Rand des Areals vermögen die Tristesse auf dem Platz am Züblin-Parkhaus nicht zu vertreiben. Foto: Ralf Recklies

Die Umgestaltung des Platzes am Züblin-Parkhaus in eine Spielfläche wird noch einige Zeit dauern.

S-Mitte - Für Veronika Kienzle, die Bezirksvorsteherin des Stadtbezirks Mitte, ist es zum Haareraufen. „Es wird immer davon gesprochen, dass die Stadt Stuttgart viel für Kinder und Jugendliche tut – wenn es aber darum geht, konkrete Projekte umzusetzen, dann dauert es ewig, bis etwas passiert“, klagt sie. Was Kienzle besonders ärgert: das Areal hinter dem Züblin-Parkhaus zwischen Lazarett-, Katharinen- und Pfarrstraße sollte bereits in wenigen Wochen als neue Spielfläche zur Verfügung stehen, doch baulich ist auf der Fläche noch nichts passiert. Der dort geplante Bolzplatz lässt auf sich warten.

„Die Jugendverbände haben sich deswegen bereits schriftlich bei mir beschwert“, sagt Veronika Kienzle. Schließlich sei nach einem guten Prozess mit Bürgerbeteiligung geplant gewesen, die Fläche spätestens zu Beginn der Sommerferien den Jugendlichen zu übergeben. Entsprechend hätte im Februar oder März mit dem Bau begonnen werden sollen. „Doch außer, dass dort ein wenig Erde bewegt wurde, ist nichts passiert“, klagt Kienzle. Sie mutmaßt, dass das für die Umsetzung zuständige Friedhofs- und Gartenamt die Baugenehmigung nicht rechtzeitig eingereicht hat.

Volker Schirner weist diesen Vorwurf von sich. „Auch ich hätte gerne früher mit der Umgestaltung der Fläche begonnen“, sagt der Leiter des Friedhofs- und Gartenamts und führt an, dass es nicht zuletzt wegen Einwendungen von Anwohnern zu Verzögerungen gekommen sei. „Wir gehen aber davon aus, dass wir im kommenden Monat die Baugenehmigung haben und dann ausschreiben können“, sagt Schirner. Im September soll dann mit der Umgestaltung des Platzes, auf dem einst eine Tankstelle stand, begonnen werden. Spätestens im November soll die Fläche fertig sein. Für Kienzle ist dies eindeutig zu spät. „Eine Nutzung in diesem Jahr ist dann ja kaum mehr möglich“, klagt sie.

„Ich bin auch nicht glücklich darüber, dass sich alles verzögert hat“

Bedauerlich findet sie auch, dass in einem hinter dem Züblin-Parkhaus aufgestellten Container bereits 40 Fahrräder darauf warten, benutzt werden zu können. Auch die dort mit der ehemaligen Kinderbeauftragten Roswitha Wenzl organisierte Fahrradwerkstatt sei daher leider noch nicht im Einsatz. „Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Situation für Kinder und Jugendliche im Stadtbezirk Mitte nicht ganz so ernst genommen wird wie in anderen Bezirken“, klagt Kienzle. Die Erdbewegungen, die Kienzle als vorbereitende Maßnahmen für den Umbau des Areals gedeutet hat, haben laut Schirner mit dem Projekt aber noch nichts zu tun. Die Fläche sei nur als Zwischenlager für Erdaushub bei der Umgestaltung von Staudenbeeten am Charlottenplatz genutzt worden. „Die Erdhaufen verschwinden in den nächsten 14 Tagen wieder“, sagt Schirner.

Das Areal beim Züblin-Parkhaus ist aber in Sachen Spielflächen nicht die einzige Baustelle, die die Bezirksvorsteherin beschäftigt. Auch dass im Paulinenhof, wo sich bereits seit Jahren Jugendliche, Anwohner und Gewerbetreibende stark engagiert haben, noch immer wenig passiert sei, findet sie einen Skandal. Auch dort soll spätestens im September die weiter Gestaltung erfolgen, sagt Schirner. Der Entwurfsplan sei inzwischen weitgehend abgestimmt, Ende Oktober, Anfang November sollen auch hier die Arbeiten beendet sein.

230 000 Euro stehen für die Gestaltung der Spiel- und Freizeitflächen im Bereich Paulinenhof laut Schirner zur Verfügung, in das Areal am Züblin Parkhaus investiere die Stadt 350 000 Euro. „Ich bin auch nicht glücklich darüber, dass sich alles verzögert hat, aber meine Mitarbeiter sind voll ausgelastet“, so Volker Schirner. Er wisse nicht, wie er mit der dünnen Personaldecke die aktuell rund 400 Garten- und Landschaftsbauprojekte zur Zufriedenheit aller Beteiligten hinbekommen solle. „Jeder sieht das, was bei ihm im Bezirk passieren soll, natürlich als das Wichtigste an“, zeigt Schirner aber Verständnis für die Klagen Kienzles.

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