Herzog Carl von Württemberg und Schulleiter Christof Martin (von links) enthüllen das Bild der Königin Katharina. Foto: Malte Klein

Carl Herzog von Württemberg stiftet dem Königin-Katharina-Stift die Replik eines Gemäldes.

Mitte - Wenn die Schüler des Gymnasiums Königin-Katharina-Stift in der Bibliothek ihren Kopf heben und an eine der Wände schauen, fällt ihr Blick auf das Bild einer jungen Frau. Sie hat schwarzes Haar, warme braune Augen und schaut freundlich. An ihrer Kleidung erkennen die Schüler schnell, dass sie aus einer anderen Zeit ist. Die Königin Katharina von Württemberg, die auf dem Bild zu sehen ist, lebte von 1788 bis 1819. Doch ihr Leben hat noch heute Auswirkungen auf das der Schüler. Denn die Königin war die Gründerin dieser Schule. Ihr Bild hängt seit Kurzem in der Bibliothek. Es wurde am Freitagnachmittag feierlich von Carl Herzog von Württemberg als Nachfahren der Königin enthüllt.

Er war zur Aufnahmefeier der neuen fünften Klassen in die Turnhalle gekommen und sprach vor der Schulgemeinschaft. „Als sie Königin wurde, gab es durch gleich zwei Missernten eine große Not. Königin Katharina gründete daraufhin Wohltätigkeitsvereine und auch diese Schule.“ Das Königin-Katharina-Stift nahm 1818 seinen Betrieb auf. „Damals eine Schule zu gründen, in der Töchter aus besseren Kreisen höhere Bildung erhielten, war bahnbrechend“, sagte der Herzog. Frauen seien damals stark benachteiligt gewesen und sie habe das ändern wollen. Die Königin starb nach nur drei Jahren Regentschaft. „Sie hat aber viel hinterlassen.“ Eben auch diese Schule. „Das Bild soll die Schüler an Königin Katharina erinnern“, sagte der Herzog. Es handelt sich dabei allerdings nicht um ein Originalgemälde. „Es ist eine Replik, die zu 100 Prozent mit dem Original übereinstimmt und sehr gut geworden ist“, sagte der Herzog nach der Enthüllung. Sie sei mit Hilfe eines technischen Verfahrens hergestellt worden und sehe aus wie ein Ölgemälde. Das Original hängt im Schloss des Herzogs.

Dass die Replik nun in der Bibliothek hängt, verdankt die Schule auch der früheren Lehrerin Erika Voerster, die zweite Vorsitzende des Schulvereins ist. Sie hatte den früheren Leiter des Landesdenkmalamts in Esslingen gefragt, ob er wisse, wo sich eine Büste von Königin Katharina befinde. Er habe das nicht gewusst. „Er sagte mir, dass der Herzog ein Bild von ihr hat und er der Schule vielleicht eine Kopie stiften könnte“, sagte Voerster. Das tat er. Außerdem wurde er auf ihre Initiative hin Ehrenmitglied des Schulvereins.

„Wir bewahren den Geist, den sie intendiert hat“

Der Schulleiter Christof Martin freute sich über die Stiftung des Bildes und dass der Herzog angereist war. Dann ging er auf das Erbe der Königin ein: „Wir bewahren den Geist, den sie intendiert hat, und machen ihn hier fruchtbar.“ Sein Kollege, der Studiendirektor Jürgen Germann, sagte, dass ihn die Königin Katharina stark beschäftigt habe. „Denn eine Stiftung bedeutet, dass wir daran arbeiten müssen, sie aufrecht zu erhalten“, sagte Germann. „Das Bild erinnert uns an unsere Verantwortung, zu arbeiten und Leistung zu zeigen.“

Als die Zeremonie vorbei war, betrachtete der Herzog einen Moment das Bild seiner Vorfahrin. Dann sagte er zufrieden: „Sie schaut auf dem Bild nicht königlich, sondern sehr menschlich.“

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