Wegen Unpünktlichkeit und unzufriedener Kunden muss die S-Bahn Stuttgart erneut eine Strafe in Millionenhöhe zahlen. (Symbolfoto) Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Der Zug kommt zu spät oder immer häufiger gar nicht: Mit der S-Bahn in Stuttgart sind die Menschen nicht sehr zufrieden. Regelmäßig bezahlt sie daher Strafen in Millionenhöhe.

Stuttgart - Wegen Unpünktlichkeit und unzufriedener Kunden muss die S-Bahn Stuttgart erneut zwei Millionen Euro Strafe zahlen. Weder bei der Pünktlichkeit noch bei der Zufriedenheit der Kunden konnten 2016 die Zielwerte erreicht werden, wie der Vorsitzende der Geschäftsführung der S-Bahn Stuttgart, Dirk Rothenstein, am Freitag mitteilte. Er legte die Ergebnisse der jährlichen Qualitätsprüfung vor. Auch in den zurückliegenden Jahren habe man stets rund zwei Millionen Euro an den Verband Region Stuttgart zahlen müssen.

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Vor allem bedingt durch Bauarbeiten auch für das Projekt Stuttgart 21 waren 2016 etliche Züge ausgefallen. Ein Drittel bis zwei Drittel der gestrichenen Züge habe etwas mit - meist geplanten - Bauarbeiten zu tun. Auch 2017 stehen zahlreiche Baustellen und Sperrungen auf dem Plan der S-Bahn.

120 Millionen Fahrgäste nutzen pro Jahr die S-Bahn

120 Millionen Fahrgäste nutzen Jahr für Jahr die S-Bahn in der Region Stuttgart. Richtig zufrieden sind sie nicht, wie Rothenstein berichtete. Vor allem wegen mangelnder Pünktlichkeit. Auf einer Skala von 1(gut) bis 5 (schlecht) ergeben Befragungen 2016 einen mittelmäßigen Wert von 3,2. Vom Zielwert 2,5 sei man bei der Kundenzufriedenheit mit der Pünktlichkeit noch „deutlich“ entfernt, räumte der S-Bahn-Chef ein.

Probleme mit der Pünktlichkeit hat die S-Bahn in Stuttgart vor allem in den Hauptverkehrszeiten. Nur 79,6 Prozent der Züge waren da im vergangenen Jahr weniger als drei Minuten verspätet. Der vertraglich festgelegte Zielwert von 91,5 Prozent ist weit entfernt. Auch in den Randzeiten wird der Zielwert von 96 Prozent nicht erreicht und liegt leicht verbessert bei 92,2. Und so geht Rothenstein davon aus, dass man auch in den nächsten Jahren Millionenstrafen zahlen muss.

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