In Bad Cannstatt hat sich das Abendmarkt-Konzept bewährt. Foto: Laura Köhlmann

Etwa zehn Veranstaltungen auf dem Rudolf-Gehring-Platz sollten die Einkaufsstraße des Bezirks beleben.

Stuttgart-Feuerbach - Die Anwohner rund um den Rudolf-Gehring-Platz in Feuerbach werden aufatmen. Der Gewerbe- und Handelsverein (GHV) hat in einer außerordentlichen Vorstandssitzung beschlossen, dieses Jahr keine Abendmärkte auf der Fläche vor der Kelter stattfinden zu lassen – und auch auf keinem anderen Platz im Stadtbezirk.

Der GHV kann sich zwar sehr gut vorstellen, dass die rund zehn angedachten Abendmärkte, die ab Anfang Mai immer mittwochabends geplant waren, „einen positiven Beitrag zur Belebung der Einkaufsstraßen und des Stadtbezirks insgesamt dargestellt hätten“, rückt nun aber aus vielerlei Gründen von seinen Plänen ab. „Der Abendmarkt war in unserer Vorstellung eine entspannte Veranstaltung unter freiem Himmel mit Bewirtung, Liveauftritten und Präsentationsmöglichkeiten für in Feuerbach ansässige Vereine, Künstler und Einzelhändler beziehungsweise Gewerbebetriebe“, sagt der GHV-Vorsitzende Jürgen Reichert. „Wir gingen bei der Planung einerseits davon aus, dass eine nennenswerte Beeinträchtigung für Anwohner nicht entstehen wird und andererseits eine positive Belebung auch der Läden im unmittelbaren Umfeld durch den Laufverkehr zu beziehungsweise vom Abendmarkt entsteht.“ Doch bereits bevor der GHV seine Pläne öffentlich darstellen konnte, sei eine Stimmung im Bezirk erzeugt worden, die sich gegen den Abendmarkt gewendet habe, erklärt Reichert. In erster Linie sei die Veranstaltungsreihe als Störung der Anwohner gesehen worden. „Da am einzig möglichen Veranstaltungswochentag, dem Mittwoch, auch in der benachbarten Kirche ein Gottesdienst stattfindet, hat der Vorstand des GHV nunmehr abschließend beschlossen, von der Durchführung des Abendmarkts in diesem Jahr abzusehen.“

Stammheim könnte für Feuerbach in die Bresche springen

Reichert möchte dennoch noch einmal dem Bezirksbeirat ein Lob aussprechen, „der trotz der geäußerten Bedenken mehrheitlich erkannt hat, dass die positiven Aspekte überwiegen und die Pläne durch den positiven Beschluss zum Zuschussantrag des GHV in Höhe von 4100 Euro unterstützt hat, auch wenn dieser Zuschuss nun nicht mehr zur Auszahlung gelangen wird“. Der GHV werde nun in den nächsten Monaten darüber diskutieren, ob es 2021 einen neuen Anlauf geben wird, um die Abendmarkt-Reihe in Feuerbach durchzuführen.

Allerdings kann das der GHV nicht alleine entscheiden. Bei der Agentur KMR laufen die Fäden zusammen. „Derzeit sind meines Wissens keine weiteren Gespräche mit Feuerbach geplant“, sagt KMR-Miteigentümer Sascha Markmeyer. Und ob es im kommenden Jahr ein freies Plätzchen im Konzept der Agentur geben wird, ist auch noch nicht klar. Für 2020 könnte Stammheim in die Bresche springen. „Mit mir hat sich zwar noch niemand von der Agentur in Verbindung gesetzt. Aber ich wurde schon vor Monaten diesbezüglich von der Wirtschaftsförderung angesprochen“, sagt Stammheims Bezirksvorsteherin Susanne Korge. „Grundsätzlich haben wir Interesse, Stammheim zu beleben. Wir sind offen für Gespräche.“ Eine Abendmarkt-Reihe in Stammheim 2020 zu starten, sei zeitlich kein Problem, sagt Markmeyer.

Aber auch ohne Feuerbach und Stammheim werden die Veranstaltungen in Bad Cannstatt, Untertürkheim und Vaihingen wie geplant stattfinden können. „Die Frage ist derzeit nur, wann es losgeht“, betont Sascha Markmeyer. Eigentlich war der 7. Mai anvisiert. Doch auch eine Verschiebung in den Juni oder ein Start direkt im Anschluss an die Sommerferien sei denkbar.

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