Eine Drohne des Typs RQ-4 Global Hawk wurde abgeschossen. (Archivbild) Foto: dpa

Der Iran hat eine US-Drohne des Typs RQ-4 Global Hawk abgeschossen. Nach US-Angaben wurde die Drohne über internationalem Luftraum getroffen. Die Aussage widersprach den Angaben der iranischen Revolutionsgarde.

Dubai - Die iranische Revolutionsgarde hat eine Drohne der USA abgeschossen. Die Angaben über den Ort des Abschusses widersprachen sich: Nach eigener Darstellung schoss die Revolutionsgarde das Fluggerät am Donnerstagmorgen ab, als es in der südlichen Provinz Hormosgan in den iranischen Luftraum eindrang. Aus US-Kreisen verlautete hingegen, die Drohne sei in internationalem Luftraum über der Straße von Hormus abgeschossen worden. Eine iranische Boden-Luft-Rakete habe sie getroffen, sagten zwei US-Personen.

Der Kommandeur der Revolutionsgarde, Hossein Salami, sagte, der Abschuss der Drohne sei „eine klare Botschaft“ an Amerika. Der Iran habe „nicht die Absicht zum Krieg mit irgendeinem Land“, sagte er, „aber wir sind bereit für Krieg“. Er sagte in einer im Fernsehen übertragenen Rede: „Grenzen sind unsere rote Linie“ und „jeder Feind, der die Grenzen verletzt, wird vernichtet werden“.

Die paramilitärische Revolutionsgarde schoss das unbemannte Fluggerät nach eigenen Angaben in der Nähe des Bezirks Kuhmobarak ab. Bei der Drohne habe es sich um das Modell RQ-4 Global Hawk gehandelt, berichtete die iranische Agentur Irna unter Berufung auf die Garde. Kuhmobarak liegt etwa 1200 Kilometer südöstlich von Teheran nahe der strategisch wichtigen Straße von Hormus, die den Golf von Oman mit dem Persichen Golf verbindet.

Spannungen zwischen Iran und den USA verschärfen sich

Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA verschärfen sich. Vor einer Woche wurden zwei Tanker im Golf von Oman durch Explosionen beschädigt. Die USA machen den Iran dafür verantwortlich und werfen ihm vor, Minen an den Schiffen angebracht zu haben. Der Iran dementierte die Vorwürfe mehrfach.

Zu den Spannungen trägt auch bei, dass der Iran den Ausstieg aus dem 2015 geschlossenen Atomabkommen vorantreibt. Noch im Juni werde das Land den darin vereinbarten Grenzwert für Uranvorräte überschreiten, kündigte ein Sprecher der iranischen Atomenergiebehörde am Montag an. US-Präsident Donald Trump war bereits vor mehr als einem Jahr einseitig aus dem Atomabkommen ausgestiegen, das die Regierung seines Vorgängers Barack Obama gemeinsam mit den übrigen UN-Vetomächten und Deutschland mit dem Iran ausgehandelt hatte.

International bestehen Sorgen, dass die Spannungen zu einem Krieg führen könnten. Washington kündigte am Montag an, 1000 zusätzliche Soldaten in die Region zu verlegen. In den vergangenen Wochen waren bereits zusätzliche Soldaten, Bomber und ein Flugzeugträger in die Region entsandt worden. Beide Länder beteuerten, keinen Krieg anzustreben. Ein Streitpunkt ist iranische Unterstützung für die Huthi-Rebellen im Jemen.

Nach saudi-arabischen Angaben feuerten die Huthis in der Nacht auf Donnerstag eine Rakete auf eine saudische Entsalzungsanlage ab. Niemand sei bei dem Angriff verletzt worden und es sei kein Schaden entstanden, berichtete die staatliche Agentur SPA unter Berufung auf den Militärsprecher Turki al-Maliki. Dem Huthi-Sender Al-Masirah zufolge zielten die Rebellen mit einem Marschflugkörper auf ein Kraftwerk im saudischen Dschisan ab.

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