Die Gastro-Institution Rote Kapelle meldet sich zurück – zunächst mit Speisen, Getränken und Eisspezialitäten zum Mitnehmen. Foto: Bogen

Unter altem Namen ist die Rote Kapelle am Feuersee neu eröffnet – zunächst als To-go-Station. „Die Neugierde ist groß“, freuen sich die Betreiber, die bereits das Riva und die Trattoria Tabano führen. Sie haben uns verraten, was sie planen.

Stuttgart - Lange haben Ludovico Bellusci und Angelo D’Agostino, zwei bekannte Wirte in Stuttgart, die das Riva und die Trattoria Tabano seit Jahren erfolgreich führen, darüber nachgedacht, ob sie künftig ihrem Neuzugang am Feuersee einen italienischen Namen geben. „Die Rote Kapelle ist eine Institution“, sagt D’Agostino, „deshalb halten wir nach reiflicher Überlegung am bisherigen Namen fest.“ Das Konzept freilich ändert sich. Weiterhin wird man hier frühstücken können, die Schönbuch-Brauerei wird weiterhin die Fässer liefern, weiterhin soll es einen großen Außenbereich zum See hin geben, sobald die Pandemie dies zulässt – doch die Karte wird künftig italienisch, auch wenn kein rein italienisches Restaurant geplant ist.

Die Karte wird italienisch und international

Einen Pizzaofen wird es nicht geben – schließlich wollen die Wirte ihrem Riva, das sich nur wenige Schritte weiter befindet, nicht selbst Konkurrenz machen. „Wir werden italienische Häppchen anbieten“, kündigt Angelo D’Agostino an, die dann nicht mehr das spanische Wort Tapas tragen. Die Karte wird aber auch international. Vor wenigen Tagen hat er die Rote Kapelle unter strengen Hygienebedingungen eröffnet – wegen der Pandemie bisher nur mit einem geringen Speiseangebot. „Die Neugierde ist bereits sehr groß“, freut er sich. Viele der alten Stammgäste kommen vorbei, wollen sehen, was sich geändert hat.

Nach fast 20 Jahren hatte sich Wirtin Cordella Seitz mit ihrem Tapas-Lokal Rote Kapelle im August 2020 verabschiedet. Ob es nur an Corona und der hohen Pacht lag, wird unter den Stammgäste kontrovers diskutiert. Rasch haben sich Nachfolger gefunden. „Wir wollten nach der Sanierung schon vor einem halben Jahr eröffnen“, sagt Wirt D’Agostino. Corona hat dies nicht zugelassen.

Neue Eiswerkstatt eingebaut

Inzwischen steht die neue Theke, das neue Schmuckstück der Roten Kapelle, die nach Widerstandsgruppen gegen den Nationalsozialismus benannt ist. Das frühere Aquarium wurde ausgebaut, ein Fischfreund hat sämtliche Fische übernommen. Der Umzug dauerte tagelang. Anstelle des Aquariums haben die neuen Betreiber eine Eiswerkstatt eingebaut. Ab sofort gibt es selbst gemachtes Eis to go. Früher hat die Rote Kapelle geliefertes Eis verkauft. Ein Mittagstisch ist gestartet. Es gibt etwa gegrillte Panini oder Gnocchi mit Bärlauch-Soße.

Weil es sich bei der Roten Kapelle um einen Neustart handelt, können die Betreiber keine staatlichen Gelder in der Coronakrise für diesen Ort beantragen. Die beiden Betreiber glauben dennoch, die richtige Wahl getroffen zu haben. Der Feuersee hat sich zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt, was nach der Coronakrise so bleiben werde, wovon D’Agostino überzeugt ist. „Der Feuersee wird der neue Marienplatz“, sagt er. Jetzt müssten „alle schnell geimpft werden“, damit es wieder losgehen könne. Die vielen Fans der Roten Kapelle freuen sich darauf.

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