Der Sport-Reporter kommentiert das Geschehen auf der Straße vom seinem Fenster aus (Symbolbild). Foto: Leif Piechowski/Leif Piechowski

Was machen eigentlich Kommentatoren in der fußballfreien Zeit? Robby Hunke von der ARD kam auf die Idee der „Fenster-Reportage“ - und traf damit voll den Nerv der darbenden Fans.

Berlin - Seine „Fenster-Reportagen“ erfreuen die Fans in der fußballfreien Zeit, jetzt will Robby Hunke das Experiment auf die Spitze treiben. „Vielleicht werfe ich mal wie bei Werner Beinhart einen Ball runter und kommentiere, was dann alles passiert“, sagte der ARD-Reporter dem SID.  

Doch auch ohne Ball sind Hunkes Internet-Videos originell und sehenswert. Der 36-Jährige kommentiert vom Fenster seiner Wohnung aus mit witzigen Fußball-Anspielungen den Straßenverkehr und das Leben mitten in der Kölner Innenstadt.

„Hier ein Fahrradfahrer, ohne Gegendruck! Was macht er? Dringt einfach hier ein in das letzte Drittel der Neusser Straße, weil ihn aber auch keiner dabei stört! Das gefällt mir, das ist mutig“, spricht Hunke auf einem Video im typischen Kommentatorenton.

Das Video, das der Kölner ursprünglich nur für seinen Vater aufgenommen hat, wurde bis Freitagnachmittag auf Twitter bereits mehr 5000-mal gelikt. Hunderte Nachrichten erreichten den Journalisten. „Daran sieht man, wie ausgedörrt die Fans sind“, sagte Hunke: „In sozialen Netzwerken wird man ja manchmal auch durchbeleidigt, aber bislang gab es nur positive Reaktionen.“ 

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In einem anderen Video arbeitete sich Hunke an einer offenen Ladentür ab: „Was macht der persische Laden? Da ist die Tür auf! Die Iraner sind bekannt dafür, vorne zu glänzen, aber hinten den Laden nicht dicht zu halten.“

Keine Vorbereitung

Vorbereitet hat er sich auf die „Fenster-Reportagen“ nicht. „Das war alles aus der kalten Hose heraus“, sagte Hunke: „Alles, was da stattfindet, ist echt. Und genau das mögen die Zuschauer daran.“ 

Um seine Ellenbogen zu schonen, stützt sich Hunke während seiner Reportagen auf den Kuschelbären seiner Tochter. „Der muss jetzt dran glauben, denn die Fensterbank ist ziemlich hart“, sagt er.

Der Kommentator will nun eine Serie aus der Idee machen und sich dabei nicht nur auf den Straßenverkehr beschränken. „Ich kommentiere sowieso immer alles, zum Beispiel wie sich meine Frau schminkt oder wie ich eine Flasche Wein öffne“, sagt er.

Hunke kommentiert seit Februar für die ARD-Sportschau, auch für den Bezahlsender DAZN ist er aktiv. Er war ursprünglich für das Revierderby Dortmund gegen Schalke für die ARD vorgesehen - doch dann kam der Spielstopp. „Eine Woche zog ins Land, ich fühlte mich unterbeschäftigt, und ich habe schon immer gerne Dinge des Alltags kommentiert“, erzählt Hunke. Für seinen Vater nahm er es einmal auf, das Video stellte er danach ins Netz - und traf damit voll den Nerv der darbenden Fußballfans.

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