So sauber wird es leider nicht mit allen Tabs. Foto: Adobe Stock/leszekglasner

Verbraucher können beim Kauf von Spülmaschinentabs einiges falsch machen, zeigt eine Untersuchung der Stiftung Warentest. Wir beantworten die wichtigsten Fragen dazu.

Stuttgart - Glaubt man den Werbeversprechen der Hersteller, sind Spülmaschinentabs wahre Alleskönner. Angeblich können sie gleichzeitig reinigen, klarspülen und das Wasser enthärten. Doch ganz so ist es nicht, zeigt eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift „Test“. 14 Multitabs ließen die Tester gegeneinander antreten, sie mussten unter anderem mehr als 3400 Teller, Tassen und Gläser von Essensresten und Teerändern befreien. Dabei schnitt nicht einmal die Hälfte der Mittel mit „gut“ ab. Drei Produkte wurden mit „mangelhaft“ bewertet.

Wie viel kosten gute Spülmaschinentabs?

Die gute Nachricht: Die besten Spülmaschinentabs sind auch die günstigsten. Testsieger bei der Untersuchung der Stiftung Warentest wurde K-Classic All in 1 von Kaufland, das in allen Spüldisziplinen glänzte. „Mit seinen wirksamen Inhaltsstoffen schafft es sauberes Geschirr, verhindert Kalk- und Wasserflecken gut und schont dabei das Geschirr besser als alle Konkurrenten im Test“, lobt Stiftung Warentest-Projektleiter Konrad Giersdorf. Und auch die günstigen Eigenmarken von Aldi Süd, Lidl, dm, Edeka, Netto Markendiscount und Norma konnten die Tester überzeugen und wurden jeweils mit „gut“ bewertet. Umgerechnet auf das einzelne Tab muss man somit nur sieben Cent für ein gutes Geschirrspülmittel berappen.

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Welche Probleme traten bei den schlecht bewerteten Produkten auf?

Manche Mittel im Test verschandelten Besteck, Geschirr oder Maschinenkörbe: Nach den 300 Test-Spülgängen mit den Tabs der Rossmann-Eigenmarke Domol 12 in 1 hafteten an den Flächen und Gittern der Maschine schmutzige, hartnäckige, braune Beläge. Die Tabs der Öko-Marke Ecover All-InOne überzogen Geschirr, Gläser und die Maschine innen mit so extremen Belägen, dass die Prüfer den Materialschonungstest abbrachen, um die Maschine nicht zu gefährden. „Mangelhaft“ lautete das Qualitätsurteil für diese beiden Spülmittel sowie auch für die Tabs der Marke „Frosch“, die Silberbesteck dauerhaft verfärbten. Bei mehreren anderen Tabs, darunter ebenfalls Markenprodukte wie Finish Powerball Quantum, war die Reinigungsleistung nicht ausreichend.

Ist es sinnvoll, auf Öko-Tabs zurückzugreifen?

Sie werden mit „Bio“, „Eco“ oder „Nature“ beworben und mit nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Unbedingt nachhaltig sind sie deswegen aber noch lange nicht: Keines der getesteten Öko-Spülmaschinentabs wurde mit „gut“ bewertet. Denn die Mittel zeigten Probleme zum Beispiel bei der Reinigungsleistung, beim Klarspülen oder der Materialschonung. „Nachhaltigkeit geht anders“, sagt Stiftung Warentest-Projektleiter Giersdorf. „Das Geschirr muss sauber werden und darf keinen Schaden nehmen. Wenn Gläser, Besteck oder die Maschine durch das Spülmittel unnötig früh kaputtgehen und neu gekauft werden müssen, dann ist das alles andere als nachhaltig.“ Am wichtigsten seien eine möglichst lange Haltbarkeit der Maschine und niedrige Spültemperaturen, damit der Stromverbrauch sinkt. Im Test wurde mit 45 Grad gespült. „Gute Produkte erzielen damit saubere Ergebnisse“, so Giersdorf. Wer unbedingt mit Öko-Tabs spülen möchte, kann auf die insgesamt mit „befriedigend“ bewerteten Geschirrspülmittel Denkmit Nature von dm und Domol Eco von Rossmann zurückgreifen – sie kosten jeweils zehn Cent je Tab.

Was hat es mit dem viel kritisierten Silberschutzmittel Benzotriazol auf sich?

Benzotriazol ist ein Silberschutzmittel, das in sämtlichen herkömmlichen Spülmaschinentabs enthalten ist. Das Umweltbundesamt warnt davor, weil es die natürliche biochemische Wirkweise von Hormonen stören und für Wasserorganismen schädlich sein kann. In Kläranlagen ist diese Substanz kaum abbaubar, inzwischen lassen sich Spuren davon im Trinkwasser nachweisen. Der aktuelle Test der Stiftung Warentest zeigt aber, dass ein wirksamer Silberschutz auch ohne Benzotriazol möglich ist. So verzichten die Eco-Tabs von Rossmann auf diese Substanz, schützen aber Silber ziemlich gut. Umgekehrt lassen die Aldi Süd-Tabs Alio Complete Silber stark anlaufen, obwohl sie Benzotriazol enthalten. „Letztlich kommt es auf die Gesamtrezeptur an“, so Giersdorf.

Sind Multitabs immer die beste Wahl?

Die Multitabs enthalten Reiniger, Klarspüler, Wasserenthärter und weitere Zusätze, die unter anderem beim Trocknungsprozess helfen sollen. Ihre Rezepturen sind in der Regel für kalkhaltiges Wasser bis 21 Grad deutscher Härte (dH) ausgelegt. Ist der Härtegrad höher, kommen die Tabs nach Angaben der Stiftung Warentest an ihre Grenzen. Dann ist es sinnvoll, zusätzlich Spülmaschinensalz und Klarspüler in die Maschine zu füllen. Bei sehr weichem Wasser gelangt mit den Tabs dagegen die volle Dosis Chemie ins Abwasser – was sich vermeiden ließe, wenn statt eines Multitabs Klarspüler, Salz und Geschirrspülpulver einzeln in die Maschinen kämen. Zu diesem getrennten Einsatz raten die Tester grundsätzlich auch bei Spülmaschinen-Kurzprogrammen. Bei weichem Wasser kann es mitunter auch ausreichen, nur ein halbes Tab zu verwenden, rät Philipp Held von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „In der Regel wird das Geschirr auch so sauber.“ Zugleich werden auf diese Weise die Umwelt und der Geldbeutel geschont.

Was bringen Tabs mit wasserlöslicher Folie?

Spülmaschinentabs sind einzeln in Folie eingeschweißt, denn ihre Bestandteile können mit Wärme und Feuchtigkeit reagieren und verlieren dann ihre Funktion. Allerdings wird auf diese Weise auch Plastikmüll verursacht. Manche Anbieter setzen deshalb auf wasserlösliche Folien. Dann müssen die Tabs vor dem Spülgang nicht ausgepackt werden und die Abfallmenge sinkt. Die wasserlösliche Folie zerfällt in einzelne Moleküle, die zunächst im Abwasser erhalten bleiben. Sorgen machen muss man sich deshalb aber nicht: die Folie besteht aus Polyvinylalkohol und enthält keinerlei Mikropartikel oder Mikroplastik. Das Material ist vollständig biologisch abbaubar. Es wird in den Kläranlagen durch Bakterien und Enzyme in Kohlendioxid und Wasser verwandelt.

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