Bild vom 16. August 2017: An der Tunnel-Baustelle in Rastatt hatten sich die Bahngleise abgesenkt, die verbogenen Schienen wurden gesperrt. Foto: dpa

Seit der Tunnelhavarie auf der Baustelle der Rheintalbahn in Rastatt sind gut 20 Monate vergangen - und noch immer steckt die Tunnelbohrmaschine im Beton fest.

Rastatt - Seit Monaten laufen Bodenuntersuchungen an der havarierten Tunnelbaustelle der Rheintalbahn in Rastatt. Jetzt kündigte die Deutsche Bahn eine Fortsetzung an. Zunächst sollen rund drei Wochen lang weitere Bohrungen vorgenommen werden, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Von der Untersuchung des Untergrunds versprechen sich Bahn und Bauunternehmen Aufschluss über die Ursache des Schadens in einer Tunnelröhre. Ergebnisse könnten in der zweiten Jahreshälfte vorliegen, sagte ein Bahnsprecher. Die Beteiligten hatten sich nach der Havarie auf ein Beweiserhebungs- und Schlichtungsverfahren geeinigt - mit dem Ziel, einen Gerichtsprozess zu vermeiden.

Schienen abgesackt – Pendler mussten umsteigen

Im August 2017 waren an der Baustelle Rastatt Wasser, Sand und Kies in den gerade fertigen Tunnelabschnitt gesickert, der die bestehende Trasse der Rheintalbahn unterquert. Die Schienen sackten ab, sieben Wochen lang konnte keiner der sonst täglich rund 300 Züge fahren. Zehntausende Pendler mussten auf Busse umsteigen. Die Rheintalbahn gehört zu den wichtigsten europäischen Schienenstrecken und verbindet die Nordseehäfen mit dem Mittelmeerraum.

Der weitere Zeitplan hänge vom Ergebnis der Untersuchungen ab, sagte ein Sprecher der Bahn. Noch sei nicht entschieden, auf welche Weise die Tunnelröhren fertiggestellt werden sollen, die die Bahntrasse in wenigen Metern Tiefe queren. Die riesige Tunnelbohrmaschine in der havarierten Röhresteckt in großen Mengen Beton fest, die nach dem Wasser- und Sandeinbruch in den Tunnel gepumpt worden waren, um eine Ausbreitung des Schadens zu verhindern. Zur Höhe des Gesamtschadens und zur Frage der Haftung gibt es bisher keine Klärung.

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