Michi Joos posiert vor dem aktuellen Rennporsche des Team Joos, einem 911 GT3 R Foto: Terkowsky

Joos Sportwagentechnik in Vöhringen ist als Werkstatt und Dienstleister auf Porsche spezialisiert – und ein echter Familienbetrieb. Sohn Michi Joos ist nicht nur Mitarbeiter, sondern selbst auch aktiver Rennfahrer. Er gibt Einblicke in die Unternehmensgeschichte und den Alltag.

Die Halle im Vöhringer Industriegebiet ist unscheinbar. Doch die davor geparkten Fahrzeuge lassen ahnen, dass es sich nicht um eine ganz normale Kfz-Werkstatt handelt. Denn bei Joos Sportwagentechnik dreht sich alles um Porsche.

 

„Wir bieten klassische Werkstattleistungen wie Service und Reparatur. Aber wir lagern und warten auch die Fahrzeuge unserer Kunden und transportieren diese zur Rennstrecke“, erzählt Michi Joos dem Schwarzwälder Boten. Der 32-Jährige ist selber aktiver Rennfahrer und kümmert sich im Unternehmen um alles, was mit Motorsport zu tun hat.

Sein Vater und Firmeninhaber Hans Joos habe schon immer eine Passion für Motorsport – insbesondere für Porsche – gehabt. Anfangs seien das noch kleine Sachen nebenbei gewesen, doch 2007 habe sich sein Vater dann entschieden, seine Stelle als Werkstattleiter bei „Boxer Motor“ in Dotternhausen aufzugeben und den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. „Ich habe 2007 dann auch meine Ausbildung im frisch gegründeten Familienbetrieb begonnen und bin seitdem dabei“, erzählt Michi Joos weiter.

Rennfahrer seit frühester Kindheit

Wenig verwunderlich, wurde ihm der Rennsport doch quasi in die Wiege gelegt. Bereits im Alter von fünf Jahren begann er mit dem Kartsport. „Mit 14 oder 15 bin ich dann meinen ersten Porsche auf der Rennstrecke gefahren“, so Joos. Seitdem haben er und das Team Joos bei verschiedenen Rennserien Erfolge gefeiert. Durch die Werkstatt und die Rennsportkontakte habe er zudem immer die Chance gehabt, das aktuellste Modell zu fahren. Aktuell fährt das Team Joos einen Porsche 911 GT3 R.

Von außen wirkt die Halle unscheinbar. Doch die geparkten Fahrzeuge lassen ahnen, was drinnen vor sich geht. Foto: Terkowsky

Hört sich erst einmal nach jeder Menge Spaß an. Doch man müsse verstehen: „Für uns ist das kein Hobby, sondern das ist unser Beruf“, sagt Joos ernst. 25 bis 30 Wochenenden verbringt Joos im Schnitt jährlich auf der Rennstrecke. Um dort Kunden zu betreuen, mit dem eigenen Team Rennen zu fahren, oder weil er von anderen Teams als Fahrer gebucht wird.

Dazu kommt der normale Werkstattbetrieb. Gemeinsam mit drei Mechanikern und Mutter Angelika im Büro arbeiten Vater und Sohn dort wochentags von 8 bis 19 Uhr. Wenn es pressiert werden auch mal Samstags- und Sonntagsschichten eingelegt. „Ohne Herzblut wäre das alles nicht denkbar“, sagt Joos.

Keine Zeit für andere Hobbys

Für andere Hobbys und Freizeitbeschäftigung bleibe ihm keine Zeit, erzählt er weiter. Denn Fitness und Sport sind zwar auf der Tagesordnung, aber eine absolute Notwendigkeit für einen Rennfahrer. Und schließlich habe er auch noch seine eigene Familie – er ist verheiratet und hat ein Kind. „Meine Frau ist manchmal nicht so begeistert, weil ich so eingespannt bin. Aber ich versuche jede freie Minute mit meiner Familie zu verbringen“, meint er abschließend.