Auch Mykonos ist als Reiseziel nachgefragt. Foto: dpa/Andrea Warnecke

Mykonos und Santorin haben im August mehr Besucher als im Rekordjahr 2019 angelockt. Wie ist der Ausblick auf den Spätherbst?

Athen - Nach einem schwachen Start in die Saison boomt der Tourismus in Griechenland. Nicht nur die Gästezahlen steigen schneller als erwartet, die Besucher geben auch mehr aus. Das lässt die griechische Wirtschaft wachsen. Derzeit bringt zwar das Sturmtief „Athina“ vielen Gegenden Griechenlands Gewitter und Wolkenbrüche, aber der Spätsommer ist damit noch nicht vorbei.

 

Die griechischen Hoteliers und Tavernenwirte möchten die Saison in diesem Jahr möglichst weit in den Herbst hinein verlängern, um die Einbußen des schwachen Frühjahrs auszugleichen. Die ersten fünf Monate standen noch ganz im Zeichen der Pandemie und der Lockdowns. Erst Mitte Mai öffnete sich Griechenland für ausländische Besucher. Aber dann setzte ein Boom ein, den kaum jemand erwartet hatte.

Mehr Besucher als im Rekordjahr

Die ausländischen Touristen flogen förmlich auf Griechenland: Während der grenzüberschreitende Flugverkehr in Europa im Juli und August erst 40 Prozent des Niveaus vom Vorkrisenjahr 2019 erreichte, waren es in Griechenland 86 Prozent. Einige beliebte Ziele wie die Inseln Mykonos und Santorin verzeichneten im August sogar mehr Besucher als im bisherigen Rekordjahr 2019. Bei den Reiseveranstaltern gilt Griechenland als der große Gewinner der Saison. Nicht nur in Deutschland, auch in Frankreich, der Schweiz und Österreich war Hellas im Sommer das gefragteste Auslandsziel.

Damit lässt die griechische Reisebranche die Corona-Krise hinter sich. 2020 hatte die Pandemie zu einem Rückgang der Gästezahlen um 76 Prozent geführt. In diesem Jahr wollten die Hoteliers das Ergebnis des Vorjahres verdoppeln und damit zumindest 50 Prozent des Niveaus vom Rekordjahr 2019 erreichen. Dieses Ziel dürfte sogar übertroffen werden. Branchenexperten sehen darin einen Erfolg des Tourismuskonzepts.

Bis in den November die Saison verlängert

„Der Fokus in der Post-Covid-Ära wird auf einer Individualisierung des Urlaubs liegen, auf Freizeitaktivitäten und auf weniger bekannten, noch nicht erkundeten Orten“, meint Ioanna Dretta von der Initiative Marketing Greece. Dafür sieht sie Griechenland mit seinen Resorts, Boutique Hotels und familieneigenen Pensionen gut aufgestellt. Nicht nur die Besucherzahlen steigen. Die Urlauber bringen auch mehr Geld ins Land als in früheren Jahren.

Mehrere Reiseveranstalter und Fluggesellschaften haben inzwischen ihre Griechenland-Programme bis in den November hinein verlängert. Besonders gefragt sind die Sonnenziele Rhodos und Kreta. Auf diesen Inseln gibt es im Oktober statistisch acht und im November immerhin noch sechs Sonnenstunden pro Tag. Die Wassertemperaturen liegen bei 20 bis 23 Grad.

Aktuelle Regeln für Urlauber

Wer nach Griechenland reisen will, muss sich spätestens am Tag der Ankunft im Internetportal travel.gov.gr elektronisch anmelden. Der bisherige Vorlauf von 24 Stunden entfällt. Für die Einreise gilt: Man muss geimpft, genesen oder aktuell negativ getestet sein. Im Land hat die Regierung viele Corona-Beschränkungen aufgehoben. In der Innengastronomie und Kulturbetrieben gilt die 2G-Regel: Man muss eine Impfung oder Genesung nachweisen.