Reid Anderson auf der Bühne des Stuttgarter Opernhauses Foto: Stuttgarter Ballett / Roman Novitzky

Ruhestand? Reid Anderson ist auch nach seinem Abschied vom Stuttgarter Ballett international gefragt, wenn es ums Einstudieren von John Crankos Werken geht. Wo er wohl seinen 70. Geburtstag verbringt?

Stuttgart - Dass in seinem Fall der Eintritt ins Rentnerdasein nichts mit Ruhestand zu tun haben würde, war klar. Und so stellt sich die Frage, ob Reid Anderson seinen 70. Geburtstag an diesem Montag in einem Ballettsaal verbringt, erst gar nicht. Die Frage lautet eher: In welchem Ballettsaal ist der ehemalige Stuttgarter Intendant gerade zu Gange? Ende März hatte in Prag John Crankos „Schwanensee“ Premiere, einstudiert von Reid Anderson. Und im April ist er in Utah beim Ballet West, um „Onegin“ den letzten Schliff zu geben.

Das Erbe verpflichtet

Dass Andersons Lebenspartner Dieter Gräfe das Erbe Crankos verwaltet, ist nicht nur Einnahmequelle, sondern auch Verpflichtung. Und da Anderson, der 1969 als Tänzer ans Stuttgarter Ballett kam, noch persönlich mit dem Choreografen zusammenarbeitete und seine großen Rollen viele Jahre persönlich ausfüllte, macht ihn weltweit begehrt als Coach. 1996 kam Anderson, der am 1. April 1949 in New Westminster geboren wurde, nach Stationen in seiner kanadischen Heimat als Ballettdirektor in Vancouver und Toronto zurück zum Stuttgarter Ballett. In den 22 Jahren seiner Intendanz legte er die Grundsteine, um die Kompanie an der Weltspitze halten zu können: Nach der Verjüngung des Ensembles war das der Kampf für ein neues Ballettzentrum für Schule und Kompanie sowie die Förderung Marco Goeckes. Dafür sind ihm Ballettfreunde nicht nur am 1. April dankbar.

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