Die Bühne der Tauchshow “Retorno dos Piratas“ ist zusammengestürzt und auf einen Wagen der Attraktion gekracht. Foto: Czech

Nach dem Großbrand im Juni ist es im Europa-Park am Montagnachmittag erneut zu einem Unglück gekommen: Die Bühne der Wassersprung-Show bei der Attraktion „Atlantica Supersplash“ ist eingestürzt und auf einen Wagen gekracht. Fünf Artisten und zwei Besucher wurden nach Angaben der Polizei verletzt.

Zahlreiche Schaulustige säumen am Montagnachmittag die Zäune der Attraktion „Atlantica Supersplash“ im portugiesischen Themenbereich. Doch nicht etwa um sich vom Spritzwasser der Attraktion „Atlantica Supersplash“ eine Abkühlung verpassen zu lassen, sondern um die Folgen eines Unglücks zu begutachten. Denn der 25 Meter hohe Turm der Tauchshow „Retorno dos Piratas“ ist zusammengestürzt.

 

Der Europa-Park bestätigte den Unfall am Montagabend gegenüber unserer Redaktion. „Das mobile Schwimmbecken hat sich während einer Aufführung durch einen Riss geöffnet. Das Wasser floss in den See der Attraktion ,Atlantica Supersplash’“, erklärt Noel Ebhart, Sprecher des Europa-Parks.

Infos verbreiten sich über die Sozialen Medien

Schnell kursierten in den sozialen Medien Bilder und Videos, die zeigen, was passiert ist: Teile des Turms sind auf einen Wagen der Attraktion gekracht. Wie der Europa-Park zunächst mitteilte, erlitt dabei ein Besucher eine Schürfwunde. Zudem seien zwei Künstler der Tauchshow leicht verletzt worden. Die Polizei, die später sogar von sieben größtenteils leicht Verletzten sprach – fünf Artisten sowie zwei Besucher – und der Rettungsdienst waren vor Ort. Drei der Verletzten wurden ins Krankenhaus gebracht.

Die Attraktion Atlantica Supersplash wurde direkt nach dem Unfall zunächst gestoppt und evakuiert. Ein Fahrgast, der mit seinem Wagen auf den Schienen in luftiger Höhe steckengeblieben war, zückte sein Handy, filmte das Szenario und teilte es auf X/Twitter. Das Video zeigt, wie die Besucher ruhig auf ihre Evakuierung warten. Ein anderes Video zeigt, wie Mitarbeiter des Europa-Parks den Wagen, der von Teilen des Turms getroffen wurde, aus den Trümmern entfernen. Die Zuschauer quittierten dies mit Applaus.

Die Attraktion wurde zwischenzeitlich gesperrt. Foto: Göpfert

Als unsere Redaktion gegen 18.30 Uhr vor Ort eintrifft, ist von dem Unfall so gut wie nichts mehr zu sehen. Der Parkbetrieb läuft unbeeindruckt weiter. Einige Besucher, die mit der Attraktion fahren wollen, wundern sich, dass die Wagen still stehen und sie nicht läuft. Ein Mädchen sitzt im Strandstuhl vor der Attraktion und leckt unbeschwert ein Eis, während sie auf die Attraktion blickt.

Das Einzige, was noch Hinweise auf das Unglück gibt, sind die Trümmer, die sich links und rechts des Beckens türmen und die Mitarbeiter im Piratenkostüm immer noch bergen. Auch ein kleiner abgesperrter Bereich mit den geborgenen Teilen neben dem Becken zeugt noch davon, dass dort etwas passiert sein muss. Einige Besucher blicken unaufgeregt zum Becken und schauen den Bergungsarbeiten zu, während Europa-Park-Mitarbeiter deren Abwicklung begutachten und organisieren. Auskunft vor Ort gibt es keine, es wird auf die Pressestelle verwiesen.

Am Abend ist vom Unfall kaum etwas zu erkennen

Auch eine Besucherin vor Ort erklärt, dass sie von dem Unglück nichts mitbekommen hat, erst als sie über ihr Handy die Nachrichten gecheckt hatte, hatte sie davon erfahren.

Gegen 19 Uhr kündigte der Europa-Park via Twitter an, die Attraktion „Atlantica Supersplash“ noch am Montagabend wieder öffnen zu wollen.

Tollkühne Sprünge aus bis zu 25 Metern Höhe sind das Highlight der Show „Retorno dos Piratas“. Der Sprungturm ist am Montagnachmittag eingestürzt. Foto: Europa-Park

Die High-Diving-Show „Retorno dos Piratas“ im Europa-Park läuft seit dem 27. Mai. Tollkühne Sprünge aus bis zu 25 Metern Höhe sind das Highlight der Show. Die Extremsportler treten mehrmals täglich auf und präsentieren klassische Kopfsprünge, Synchronsprünge sowie komödiantische Einlagen. Geplant war, dass die Show bis zum 3. September läuft. Wie es mit ihr weitergeht, steht noch nicht fest.

Für den Park ist es das zweite Unglück in einem Jahr: Erst im Juni war im Themenbereich Spanien ein Feuer ausgebrochen. Betroffen war damals die Attraktion „Yomis Zauberwelt der Diamanten“ sowie die Tiroler Wildwasserbahn und der Alpenexpress Enzian, die seitdem stillstehen. Bei dem Brand sind zwei Feuerwehrkameraden leicht verletzt worden. Ein technischer Defekt war damals wohl die Ursache. Die Hintergründen, wie es zu dem Unfall von Montagnachmittag kam, sind noch unklar. Sie sind nun Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen.

Reaktionen im Netz

Das zweite größere Unglück in diesem Jahr beschäftigt die Europa-Park-Fans im Internet. „Geht in dem Park eigentlich täglich etwas zu Bruch oder fängt Feuer?“, schreibt etwa ein Nutzer des Kurznachrichtendiensts X/Twitter. „Kann jemand mal diesen Laden schließen? Also wow, was soll da noch passieren?“, findet ein anderer deutliche Worte. „Bei den hohen Preisen, die sie verlangen, sollte eine ordnungsgemäße Instandhaltung der Strukturen das Minimum sein“, übt ein weiterer User auf Englisch Kritik. Andere wiederum nehmen den Freizeitpark in Schutz: „Mach bitte kein Drama daraus und vor allem: Der Europapark hat alles im Griff und es ist nicht die Schuld von den Mitarbeitern“, stellt ein Nutzer klar. Als „komplett überdramatisiert“, beschreibt ein weiterer User die Reaktionen auf das Unglück.