Die Härchen der Raupe des Eichenprozessionsspinners lösen Allergien aus. Foto: dpa

Dass die Raupen der Eichenprozessionsspinner ganze Baumkronen bedecken, könnte man gelassen ertragen. Leider lösen die Haare der Tiere Allergien aus. Städtische Mitarbeiter rüsten sich zum Kampf.

Filder - Auch auf den Fildern gibt es nun mancherorts Szenen wie aus einem Horrorfilm: Große Eichen sind übersät mit hunderten grauen Raupen, die über Nacht gekommen sind. Manchmal bedecken sie ganze Baumkronen mit ihren Nestern. Damit ist klar: Der Eichenprozessspinner ist wieder auf Kriegspfad. Er kommt im gesamten Stadtgebiet vor.

Besonders betroffen sind Außenbereiche von Kindergärten, Schulen, Schwimmbädern, stark frequentierte Straßen und Grün- und Sportanlagen. Nun will ihn die Stadt bekämpfen. Dabei besprühen die Mitarbeiter des Garten-, Friedhof- und Forstamtes rund 2600 Eichen mit dem Schädlingsbekämpfungsmittel Neemöl des Niembaumes. Generell werden nur Eichen behandelt, die von den Raupen befallen sind. Das geschieht nun in Sillenbuch in der Klara-Neuburger-Straße, in Degerloch in der Josefsanlage, in Möhringen im Janusz-Korsak Weg, in Birkach im Anna-Haag-Weg und in Vaihingen an der Ernst-Schädle-Staffel.

Quaddeln wie nach einem Insektenstich

So interessant das Raupengewimmel auch aussehen mag, es birgt eine echte Gefahr. Dabei ist das zerfressene Blattwerk nur ein unerwünschter Nebeneffekt. Die Raupen besitzen giftige Brennhaare, die sie zum Teil abstoßen. Durch die Luftströmung verbreiten sich diese Härchen, und so kann es auch abseits von Wäldern und Wiesen zu Beschwerden kommen, denn die Brennhaare verursachen bei vielen Menschen allergische Reaktionen: Die Haut bildet Quaddeln, die denen eines Insektenstichs ähnlich sehen.

Beim Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner setzen die städtischen Mitarbeiter auf besagtes Neemöl. Dieses enthält den Wirkstoff Azadirachtin, welcher die Bildung von Chitin und damit den Aufbau des Außenskeletts der Eichenprozessionsspinner stört. Deshalb können sie sich nicht häuten und verpuppen, wodurch ihre weitere Entwicklung gehemmt wird. Im Gegensatz zu vielen anderen Pestiziden soll diese Substanz weder Mensch noch Tier schaden. Das Öl wird im ganzen Stadtgebiet mit einer Spritzkanone auf die Eichen verteilt. Weil das Besprühen nicht gegen alle Eichen-Schädlinge wirkt, werden die Bäume anschließend kontrolliert. Sollten dann immer noch Raupen zugange sein, werden sie abgesaugt. Das Garten-, Friedhof und Forstamt warnt Bürger davor, die Raupen selbst zu bekämpfen. Dies solle man Fachleuten überlassen, denn Laien gefährdeten massiv ihre Gesundheit. Nach Kontakt mit dem Eichenprozessspinner sollten Betroffene sofort ihre Kleider wechseln, heiß duschen und die Haare waschen. Die Kleidung sollte in der Waschmaschine bei 40 Grad Celsius gewaschen werden.

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