Rapper Majan in Aktion (Archivbild) Foto: IMAGO/Hartmut Boesener

Der aus Schorndorf stammende Rapper Majan hat in der Liederhalle für Abriss und beste Stimmung gesorgt. Eine riesen Party, die noch lange im Gedächtnis bleibt.

Wer am Mittwoch woanders als bei Majan in der Liederhalle war, hat vermutlich etwas verpasst. Ein Erste-Sahne-Hip-Hop-Konzert zur düstergrauen Jahreszeit, das jede Menge Beats und Bounces brachte, sodass die Beine nicht mehr stillstanden. An die 3300 partywillige und begeisterte Fans feierten den Rapper groß bei seinem Heimspiel in der Liederhalle. Der gebürtige Schorndorfer, der mittlerweile in Berlin lebt, hat den Beethovensaal regelrecht zum Beben gebracht.

 

Majan reißt alle mit sich

2019 schaffte Majan seinen Durchbruch mit dem Hit „1975“, gemeinsam mit Cro, und seither ist viel passiert, diesen Sommer hat der 24-Jährige für eine Reihe neuer Songs genutzt. Song-Start am Abend macht „Piccolo“, Anfang Herbst erschienen, in dem er von seiner Jugend in Schorndorf erzählt, was man dort findet, und was nicht, und wie er doch mit seiner Heimatstadt verbunden bleibt. Majan, der mit bürgerlichem Namen Marian Heim heißt, reißt mit gewaltiger Energie, starker Präsenz und der kraftvollen Stimme alle mit sich und die Bühne am Berliner Platz scheint der perfekte Ort dafür zu sein: wo das Licht durch den Saal spielt und sich der Sound bombastisch anschmiegt. Früher häufig im „Freund + Kupferstecher“ als Gast, sagt er mehrmals, wie sehr es ihn nun überwältige, in der Liederhalle stehen zu können. Es ist sein bisher größtes Konzert, wie er über Instagram wissen lässt. Moshpit-Trauben sind selbstverständlich und begleitet wird Majan von einer dreiköpfigen Band, bei ein paar Stücken mit Verstärkung am Bass.

Die erste Konzerthälfte ist geprägt von Balladen, er spielt Klavier, um dann im zweiten Teil der Show noch einmal aufzudrehen und für Abriss zu sorgen. Das gut eineinhalbstündige Konzert bewegt sich von einem Höhepunkt zum nächsten, um am Ende noch ein Live-Video zu starten, bei dem Majan in der Fanmenge steht und später selbst im Moshpit mitfeiert. Rock ‚n’ Roll! Im Set hat er unter anderem „Mein Dein Papa“, „Monoton“, „Panikweiß“ oder „Jede Nacht“ dabei. „ADHD“ erschien vor einer Woche und ist auf der EP „73614“ vertreten - Postleitzahl Schorndorf. Majan hat neben Cro mehrere Kollaborationen mit dem Sänger Schmyt, und dann gibt es noch Gemeinsames etwa mit Megaloh, Clueso oder Nina Chuba. Majan ist nicht nur Rapper, sondern bewegt sich darüber hinaus zwischen Pop, Elektro, Reggae und klassischen Balladen. Eine große persönliche Show, die es da zu sehen gab, und sicher noch lange im Gedächtnis bleibt.