Das Lamm benutzt Professor Rainer Mausfeld als Symbol in seinem neuen Werk „Warum schweigen die Lämmer?“ Foto: dpa

Der Professor für Kognitionswissenschaften Rainer Mausfeld hat mit seinen kritischen Vorträgen über die Bundesrepublik auf Youtube ein Millionenpublikum erreicht. In seinem Buch „Warum schweigen die Lämmer“ nimmt er sich die sogenannte Elitendemokratie zur Brust.

Kiel - Das politische System ist korrupt. Es wird dominiert von einer machtbesessenen Elite, die darauf aus ist, den Bürger unwissend und manipulierbar zu halten. Politische Wahlen dienen nicht dazu, das Volk an der Macht zu beteiligen, sondern dies nur vorzutäuschen. Um es in den Worten des Kognitionswissenschaftlers Rainer Mausfeld zu sagen: „Wirkliche Demokratie ist ersetzt worden durch die Illusion von Demokratie.“

Die Lämmer als Symbol für das Volk

Was sich liest wie die dystopische Welt aus einem George Orwell-Roman, beschreibt die Ansichten Mausfelds über die Bundesrepublik Deutschland. Der emeritierte Professor für Allgemeine Psychologie hat in den vergangenen Jahren fast ein Millionenpublikum mit seinen kritischen Vorträgen zu politischen Systemen auf der Welt allein auf Youtube erreicht. Nun findet sich in „Warum schweigen die Lämmer?“ ein schriftliches Konvolut seiner Vorträge, Interviews und Abhandlungen. Er bedient sich im Titel einer Metapher, die fast zu seinem Kennzeichen geworden ist: Die schweigenden Lämmer, die von dem Hirten im Sinne der Profitmaximierung ausgebeutet werden. Der Ausgang ist klar: Der Gang zum Schlachter.

Seine machiavellistischen Thesen, arbeitet Mausfeld zum einen historisch und philosophisch auf, verweist aber auch auf Theorien aus der Psychologie – seiner Königsdisziplin. Ein Mittel, um die Verletzung von gesellschaftlichen Normen für das Volk „moralisch unsichtbar“ zu machen, sei laut Mausfeld durch die Verwendung neuer verwirrender Begriffe wie „Bürokratieabbau“ oder „Euro-Rettungsschirm“.

Seine Thesen gehen oft unter in seinen Texten

Wer den 68-Jährigen aus seinen eingängigen Youtube-Vorträgen kennt, könnte von der allzu trockenen schriftlichen Variante seiner Ansichten enttäuscht werden. Oft gehen seine Thesen in einer Welle von Zitaten und Verweisen unter.

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