Frühestens im Mai wird der Gemeinderat über die Pläne für den politisch umstrittenen Radschnellweg zwischen Stuttgart und Fellbach entscheiden. Zuvor dürfen ADFC und Radentscheid nochmals Vorschläge für eine Optimierung der Route machen.
Stuttgart - Der politisch umstrittene Radschnellweg zwischen Stuttgart und Fellbach bleibt in der Warteschleife. Nach ausgiebiger Diskussion im Unterausschuss für Mobilität verständigte man sich darauf, zunächst nochmals mit den sachkundigen Einwohnern – also etwa Vertretern des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs Deutschland (ADFC) oder des Stuttgarter Radentscheids – zu sprechen, bevor über die Planung entschieden wird. Der Beschluss könnte wegen anstehenden Osterferien damit frühestens Anfang Mai fallen.
Zuvor hatte ADFC-Sprecher Frank Zühlke einen Kompromissvorschlag unterbreitet, um alle „fahrradfreundlichen Fraktionen“ ins Boot zu holen: Man könne den geplanten Radler-Highway in weiten Teilen zunächst als Provisorium einrichten und dann die endgültige Planung so realisieren, dass eine bauliche Trennung zwischen Radspur und Autofahrspur möglich würde. Für die Linksfraktion, die zuletzt aus der ökosozialen Mehrheit ausgeschert war und weiter auf einer kompletten Separierung der Fahrspuren besteht, sei dies ein gangbarer Weg, signalisierte deren verkehrspolitischer Sprecher Christoph Ozasek. Vertreter der Verwaltung allerdings widersprachen. Eine provisorische Pop-Up-Bikelane sei nicht so einfach zu realisieren, so Verkehrsplaner Stephan Oehler. Susanne Scherz von der Straßenverkehrsbehörde bezeichnete die auf dem Tisch liegende Planung als machbar: „Ansonsten müssten wir alles über den Haufen werfen und komplett neu planen.“
CDU-Stadtrat warnt vor Megastau in Bad Cannstatt
CDU und AfD stellten den grundsätzlichen Sinn des Radschnellwegs in Frage. Ioannis Sakkaros (CDU) warnte vor einem Megastau in Bad Cannstatt, falls wie geplant eine Fahrspur stadtauswärts entfalle. Er plädierte ähnlich wie schon OB Frank Nopper im Wahlkampf dafür, die Radfahrstruktur auf parallel verlaufende Nebenstraßen zu verlegen. Kai Goller (AfD) warnte vor „maximalen Standards“ bei der Radinfrastruktur. Bei einer angestrebten baulichen Trennung von Rad- und Autofahrspur sei etwa für einen Mähdrescher auf der Nürnberger Straße kein Durchkommen mehr. Auf Anregung der Grünen soll es nun nochmals Gespräche mit ADFC und Radentscheid geben.