Der Veranstalter und die Stadt einigen sich auf einen Kompromiss bezüglich der Zeiten für Alkoholausschank und Beschallung. Das Heusteigviertelfests kann somit stattfinden.
Das Heusteigviertelfest im Stuttgarter Süden wird stattfinden. Das Ordnungsamt und der veranstaltende Verein Heusteigviertel haben sich beim Alkoholausschank und bei der Musikbeschallung auf eine „Kompromisslinie“ geeinigt, so der Verein. „Der Kompromiss lautet, dass wir die alten Zeiten einhalten mit der Einschränkung, dass der Verkauf eine halbe Stunde eher endet, damit sich die Plätze nach Festende zeitnah leeren“, erklärt Rupert Kellermann, Vorstandsmitglied im Heusteigviertelverein. Der allgemeine Verkaufsschluss schließt den Ausschank von alkoholischen Getränken mit ein, der demnach jetzt um 23.30 Uhr endet. Zapfenstreich ist um Mitternacht.
Spätabends beim Fest leisere Musik erlaubt
Entsprechendes hatte der Bezirksbeirat im Vorfeld des beliebten Straßenfests, das in diesem Jahr von Freitag bis Sonntag, 23. bis 25. Juni, stattfindet, gefordert. Das Gremium hatte sich darüber hinaus dafür starkgemacht, dass zum Schutz der Anwohner die Musik zwischen dem Mozartplatz und dem Mozartplätzle statt wie bisher um 23 Uhr bereits eine Stunde früher abgestellt wird.
Letzteres konnte der Verein nun offenbar abwenden. „Die musikalische Bespielung wird nach Eintritt der Nachtruhe um 22 Uhr entsprechend den rechtlichen Vorgaben eingependelt und endet schließlich um 23 Uhr“, so das zuständige Ordnungsamt. Das bedeutet: Die Veranstalter müssen zwischen 22 und 23 Uhr dafür Sorge tragen, dass die Lautsprecher leiser gedreht werden. Musik wird also auch dann noch zu hören sein.
Verein sah Fest als Ganzes gefährdet
Der Vorstoß des Bezirksbeirats hatte Aufregung verursacht, weil der Heusteigviertelverein durch die verschärften Vorgaben das Fest als Ganzes gefährdet sah. Kellermann hatte betont, dass zur Finanzierung des traditionsreichen Straßenfests vor allem die Umsätze in den späten Abendstunden entscheidend seien.
Wegen der allgemein gestiegenen Kosten hatte der Verein bereits im vergangenen Jahr zwei von fünf Veranstaltungsbühnen gestrichen. Zudem führen auch beim Heusteigviertelfest mitgebrachte Getränke zu Umsatzeinbußen. „Verräterbier“ hatte bereits das Marienplatzfest in der Nachbarschaft, das in diesem Jahr abgesagt werden musste, in die roten Zahlen getrieben.
Unterschriften gesammelt für den Erhalt des Fests
Wie der Erste Vorsitzende des Heusteigviertelvereins, Marc Bodon, erklärt, haben Anwohner des Heusteigviertels während der Pfingstferien eine Unterschriftensammlung initiiert, um damit den Erhalt des Heusteigviertelfests zu unterstützen. Laut Bodon kamen 556 Unterschriften zusammen. „Das zeigt uns, dass auch die ‚lärmgeplagten Anwohner‘ hinter dem Fest stehen und kein Problem haben, wenn auch mal ein ‚auswärtiger Besucher‘ aus Stuttgart-West oder -Ost ins Heusteigviertel zum Mitfeiern kommt“, sagt Kellermann. Ein Protestschreiben von Anwohnern des Hauteigviertels war ursprünglich Anlass dafür gewesen, dass sich der Bezirksbeirat für eine Verschärfung der Vorgaben aussprach. In dem Protestschreiben der Anwohner wurde unter anderem kritisiert, dass die Festbesucher „überwiegend“ nicht aus dem Viertel kämen.
Stadtverwaltung gibt ihr Okay
In ihrer Stellungnahme betont die Stadtverwaltung, dass „das Heusteigviertelfest in seinem traditionellen Charakter gefeiert werden können soll“. Gleichzeitig sollten aber auch die Wünsche der Anwohnerinnen und Anwohner nach Schutz vor übermäßiger Lautstärke durch die Musik bei dem Fest berücksichtigt werden, erklärte das Ordnungsamt.
Kellermann hofft nun, dass das Fest unter den neuen Bedingungen keinen finanziellen Schiffbruch erleidet. „Wir hoffen alle, dass es funktioniert und wir dieses Jahr nicht das letzte Heusteigviertelfest feiern werden.“