Höhere Eintrittspreise für die Pyro-Vergehen der Fans sind keine Lösung. Nichtstun aber auch nicht, findet Sportredakteur Gregor Preiß.
Hannover 96 unter dem gestrengen Martin Kind pflegte schon immer einen speziellen Umgang mit seinen Fans. Insofern dürfte die Idee des Zweitligisten, wegen der hohen Pyro-Strafen seinem Anhang höhere Ticketpreise anzudrohen, niemanden überraschen. Genauso wenig überraschen dürfte es, wenn der Vorstoß in ein Eigentor mündet. Die Zündler werden sich davon kaum abschrecken lassen. Alle anderen Fans würden in Sippenhaft genommen für einen Kult, der zweifelhafte Ausmaße angenommen hat.
Auch beim VfB Stuttgart. Tatenlos steht der Club dem Gebaren eines kleinen Teils seiner Anhänger gegenüber, die dem Verein Rekordstrafen einbrocken. Und die auch außerhalb des Stadions immer wieder über die Stränge schlagen. Die Bosse machen es sich zu einfach, wenn sie das Ganze als Modeerscheinung oder Post-Corona-Phänomen abtun. Es wird Zeit, Grenzen zu setzen.
Härtere Strafen bewirken überhaupt nichts
Konstruktiv, ohne Knüppel in der Hand wie der DFB, der erfolglos versucht, mit immer härteren Strafen dagegen zu halten. Wie wäre es, Pyrotechnik kontrolliert zu legalisieren? Ansonsten gilt: Mehr Dialog, mehr klare Worte und noch mehr Fansozialarbeit tun Not, um den guten Ruf der Stuttgarter Fans nicht nachhaltig zu schädigen.