Prozess in Freiburg Fernfahrer gesteht Mord an Joggerin

Von red/AFP 

Der Angeklagte Catalin C. steht in Freiburg vor Gericht. Foto: dpa
Der Angeklagte Catalin C. steht in Freiburg vor Gericht. Foto: dpa

Im Prozess um den Mord an einer Joggerin hat der Angeklagte ein Geständnis abgelegt. Der 40-jährige Mann räumte ein, Carolin G. aus Endingen getötet zu haben.

Freiburg - Mit einem Geständnis hat rund ein Jahr nach dem Sexualmord an einer Joggerin in Endingen bei Freiburg der Prozess gegen den Angeklagten begonnen. „Ich weiß, dass das, was ich getan habe, nicht zu verzeihen ist. In mir war Aggression, aber kein sexuelles Verlangen“, sagte der 40 Jahre alte Familienvater und Berufskraftfahrer am Mittwoch vor dem Landgericht Freiburg. „Ich bin fassungslos über das, was geschehen ist.“

Dem Rumänen werden Mord und besonders schwere Vergewaltigung zur Last gelegt, wie Oberstaatsanwalt Tomas Orschitt sagte. Der Mann soll Anfang November vergangenen Jahres die junge Frau in einem Waldstück in den Weinbergen von Endingen angegriffen, vergewaltigt und getötet haben. Die 27-Jährige war alleine joggen, als sie attackiert wurde. Der Angeklagte sagte, er habe aus einer ihm unerklärlichen Aggression heraus gehandelt und die Joggerin mit einer Schnapsflasche geschlagen. An die Tat selbst könne er sich nicht erinnern.

Dem Mann werden zwei Morde vorgeworfen

Dem Mann wird auch der Mord an einer 20 Jahre alten französischen Austausch-Studentin aus Lyon im Januar 2014 im rund 400 Kilometer von Endingen entfernten Kufstein in Österreich vorgeworfen. An beiden Tatorten waren identische Spuren gefunden worden. Zudem zeigten Handy-Daten des Angeklagten, dass er in Endingen zur Tatzeit in der Nähe des Tatorts war. Die Leiche der Joggerin war nach einer tagelangen Suchaktion gefunden worden.

Der 40-Jährige habe heimtückisch und aus niederen Beweggründen gehandelt, sagte Orschitt. Das Opfer habe keine Chance gehabt, sich zu wehren. „Der Angriff kam für sie völlig überraschend. Nur durch Zufall hat sie den Angriff überlebt.“ Der Mann habe die Frau vom Weg rund 70 Meter in ein abseits und nicht einsehbares Waldstück geschleift und sie dort vergewaltigt. Getötet habe er, um seine spätere Identifizierung durch das Opfer zu verhindern.

Mit mehreren, wuchtigen Schlägen auf den Kopf sei die junge Frau umgebracht worden. Verwendet worden sei dabei ein schwerer Gegenstand aus Metall, vermutlich eine Eisenstange. Eine solche Eisenstange diente auch beim Mord in Kufstein als Tatwaffe. Zudem habe er einen Schuh der jungen Frau in Endingen versteckt und ihr Handy zerstört.

Psychiatrischer Sachverständiger berichtet über Angeklagten

Dem psychiatrischen Sachverständigen Peter Winkler aus Tübingen sagte der Angeklagte, er habe nach dem ersten Schlag keine Erinnerung mehr an die Tat. Das sagte Winkler zum Prozessauftakt. Davor sei der 40-Jährige weinend durch den Wald gelaufen. Das Aussehen der Frau hat der Verdächtige nach Angaben des Gutachters gar nicht wahrgenommen, weil er „zu sehr mit sich selbst beschäftigt war“. Im Gespräch mit dem Gutachter habe er ungewöhnlich wenige Emotionen gezeigt. „Nur wenn er über seine Familie sprach, hatte er Tränen in den Augen“, sagte Winkler. Bei Aussagen über den Fall habe er wie durch eine Glasscheibe kommuniziert.

Drei Wochen vor der Tat in Endingen war in Freiburg eine 19 Jahre alte Studentin vergewaltigt und ermordet worden. Einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Morden gibt es Justizangaben zufolge nicht. Im Mordfall Freiburg läuft der Prozess gegen einen jungen Flüchtling. Ein Urteil in diesem Fall soll es im kommenden Frühjahr geben.

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