Saxofonistin Moni Ramoni knöpft sich bei der Promi-Party in Feuerbach And.Ypsilon (spricht Andi Ypsilon) von den Fantastischen Vier vor. Foto: Klaus Schnaidt

„Zusammen“ heißt die Hymne der Fantastischen Vier auf die Freundschaft. Wie alte Freunde haben Kreative und Promis in Feuerbach das Fotokunstprojekt „Junge Wilde“ gefeiert. Was alle verbindet ist eine besondere Liebe zu Stuttgart.

Stuttgart - Ein Popstar kommt rum, wird von den Massen bejubelt, von Selfie-Fans gejagt – für seine Freunde daheim bleibt dabei wenig Zeit. „Wir sind zusammen groß, wir sind zusammen eins“, singen die Fantastischen Vier in ihrer Hymne auf die Freundschaft.

„Komm wir feiern heut Zusammstag, yeah“, heißt es in dem großartigen Lied. Andreas Rieke, als And.Ypsilon (sprich Andi Ypsilon) der Soundtüftler der Fantas, ist kürzlich von einer anstrengenden und riesig erfolgreichen Deutschlandtour heimgekehrt. Höchste Zeit, sich mit den Stuttgarter Kumpels zu treffen. Doch weil auch daheim die Termine nicht ausgehen, Andy bei der Feier für die neue Porträtsserie des Fotografen Wilhelm Betz nicht fehlen wollte, nahm er kurzerhand seinen Kumpel Stefan Charisius , einen der Väter der Kunst-Großfigur Dundu, mit in die Eventlocation der Architektin und Designerin Sarah Maier nach Feuerbach. Im Hinterhof einer früheren Fabrik ist an diesem Abend so ein „Zusammstag“ gefeiert worden, von dem die Fantas singen, yeah!

Eine besondere Liebe zu Stuttgart verbindet alle

Die meisten der 58 Porträtierten, die Betz für sein drittes Projekt in der Reihe „Stuttgarter Charakterköpfe“ gewinnen konnte, waren dabei – eine bunte Vielfalt der Stadt. Im neuen Look kommen alle aufs Papier: Im Edeldruckverfahren Cyanotypie werden mit digitalen Bildern Negative erzeugt und sehr aufwendig weiterverarbeitet.

Etliche der Gäste hatten sich zuvor nur aus der Zeitung oder Facebook gekannt. An diesem Abend aber schien es, als seien sie schon lange Freunde. „Wir sind unzertrennbar, wir, wir sind unverkennbar, wir setzen uns ’n Denkmal.“ So wie im Hit kann Leben sein. Etwas verbindet alle: eine besondere Liebe zu Stuttgart, auch wenn diese Liebe schwierig sein kann, in Schadstoffen, im Verkehr, in den Baustellen und im Streit um Stuttgart 21 manchmal zu ersticken droht.

Warum And.Ypsilon nicht aus Stuttgart wegziehen will

Die neue Fotoserie von Wilhelm Betz trägt den Titel „Junge Wilde“. Überwiegend junge Vorwärtsstürmerinnen und Vorwärtsstürmer hat der 64-jährige Ex-IBMler fotografiert, Jungwinzer wie Christoph Kern und Moritz Haidle, Jungrennfahrer wie Laurents Hörr, Jungschocolatiers wie Kevin Kugel, Jungparcoursheros wie Andy Haug, Jungkunststars wie Tim Bengel – der Altersschnitt aller Porträtierten liegt bei 34 Jahren –, aber es sind auch Ausreißer nach oben dabei wie And.Ypsilon. Jung und wild, dies ist an diesem Abend klar geworden, hat nicht immer was mit Alter zu tun. Andy, der fantastische Vierte, glaubt, dass die Band noch eine ganze Weile weitermacht. Alle sind jetzt über 50. Dass er mit 75 auf der Bühne steht wie Mick Jagger, kann er sich nicht vorstellen – zumindest jetzt noch nicht.

And.Ypsilon ist der einzige der Fantas, der nicht daran denkt, aus der Heimat fortzuziehen. Gute Gründe hat er dafür. „In Stuttgart kann man immer einen natürlichen Horizont sehen“, sagt er, „flache Städte langweilen mich, man sieht nur Häuser.“

Auf dem neuen Cover sind vier Charakterköpfe

Stuttgart, das sind Hügel, Aussichten, Staus, Schadstoffe, Wutbürger – Stuttgart, das ist auch die Buntheit eines internationalen Miteinanders. Fotograf Betz hat passend dazu die Sängerin und soziale Aktivistin Thabilé fürs Cover seines dritten Charakterköpfe-Buches ausgewählt (außerdem mit TV-Moderatorin Tatjana Geßler, Ringer-Weltmeister Frank Stäbler und Kunst-Popstar Tim Bengel vorne drauf erscheint es im Mai). Beim Treffen der Porträtierten spielte die in Soweto geborene Ausnahmekünstlerin mit Saxofonistin Moni Ramoni und ihrem Steve eine Mischung aus Jazz, Soul und traditioneller afrikanischen Musik.

Das warme Timbre ihrer Stimme geht unter die Haut. Bei aller Sanftheit besitzt diese Stimme eine Kraft, die aufrüttelt und Mut macht. Am 10. März kann man sie im Theaterhaus erleben. Beim Fest zum Fotoprojekt begeisterte außerdem Gismo Graf, Shooting-Star des Gipsy-Swing-Jazz, mit Vater Joschi Graf. Unter den Gästen: Ex-VfB-Star Timo Hildebrand , Serkan Eren, der Macher von Stuttgart Helps, Paralympics-Goldjunge Niko Kappel, DJane Alegra Cole, Varieté-Chef T imo Steinhauer, das Zauberpaar Roxanne und Topas, Tamara Röske, Model mit Downsyndrom, Bloggerin Emma von Bergenspitz, Künstlerin Marie Lienhard, Autorin Sue Glanzner, Patrick Mikolaj vom Unnützen Stuttgartwissen, Äffle-Autor Heiko Volz, Clublegende Laura Halding-Hoppenheit, die als „Covergirl“ der Frauenköpfe den im Pompöös-Stil selbst gebastelten Stab weitergegeben hat.

In Stuttgart, so hat dieser herzliche und entspannte Abend gezeigt, gibt es viele junge Wilde, die Gas geben und zusammen was bewegen wollen für ihre Stadt. „So zusammen war noch keiner“, singen die Fantas, „komm lass uns alles miteinander teilen, denn nur zusammen ist man nicht allein.“

Fantastisch, was für Fans Stuttgart hat!

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