Optisch ähnelt der neue Entwurf dem ersten, aber das Hotel zwischen Halle und EgeTrans-Arena fehlt nun. Foto: Thesauros Asset Management AG

Planänderung in Bietigheim-Bissingen: Der Kölner Investor gibt seinem Projekt „Crown“ im Ellental ein neues Gesicht. Das geplante Hotel soll dagegen an anderer Stelle errichtet werden.

Die Vorstellung des Projekts vor einigen Wochen war durchaus ein Paukenschlag. Die Kölner Unternehmensgruppe Thesauros stellte „Crown“ – zu deutsch Krone – im Bietigheimer Rathaus vor: Eine große Mehrzweckhalle, in der Bundesliga-Handball gespielt und Schulsport betrieben wird, in der Konzerte und Veranstaltungen stattfinden können. Im Stockwerk darunter ein Shoppingbereich. Und, nur einen Steinwurf entfernt, zwischen der dann neuen Halle und der bestehenden EgeTrans-Arena ein Hotel.

 

Für die Stadt Bietigheim-Bissingen würden mit dem millionenschweren Projekt, das der Investor stemmt, einige Wünsche in Erfüllung gehen, machte der Oberbürgermeister Jürgen Kessing damals beim Pressetermin deutlich. Wobei es durchaus auch kritische Stimmen gibt, Stichwort Verkehr zum Beispiel. Das machten wiederum Bürger bei der Öffentlichkeitsbeteiligung klar.

„Mehr Raum für die ,Crown‘“

Thesauros hat nun nachgebessert beziehungsweise den ersten Entwurf des Sport- und Freizeitquartiers, das sich aktuell noch in der Baurechtsschaffungsphase befindet, „noch besser auf die Gegebenheiten vor Ort angepasst“, wie das Unternehmen mitteilt. Unter dem Motto „Mehr Raum für die ,Crown‘“ wurde die Halle zwischen Schwarzwaldstraße und Fischerpfad neu konzipiert. So soll der Hotelkomplex auf ein anderes Areal verlagert werden, während sich die Multifunktionshalle „Crown“ vergrößert. „Ziel ist es“, sagt Amelie Wichert, Prokuristin bei Thesauros, „ein zukunftsfähiges Konzept zu schaffen, das nicht nur im Betriebsalltag reibungslose Abläufe verspricht, sondern auch bei potenziell ansteigenden Anforderungen des Deutschen Handballbundes funktioniert“. Deshalb sieht der neue Entwurf statt der ursprünglich geplanten 2500 Sitzplätze eine Erweiterung auf bis zu 3000 Sitzplätzen vor, die auf umlaufenden Tribünen angeordnet sind.

Indem man das Hotel anderswo baut, ist auf dem Gelände im Ellental jetzt mehr Platz. So wird, heißt es seitens des Investors, „der Verkehrsfluss entlastet und der Parkplatzbedarf gemindert sowie logistische Gegebenheiten verbessert“. Damit geht Thesauros auf einen Punkt ein, der bei der Vorstellung des ersten Entwurfs im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung durch Anwohner kritisch angemerkt wurde.

Während die rund 100 zunächst geplanten Tiefgaragen-Stellplätze wegfallen, sieht der neue Entwurf aktuell zwischen 110 und 150 Parkplätze oberirdisch vor. „Diese Zahlen werden im weiteren Verlauf der Planung konkretisiert“, so Amelie Wichert. „Selbstverständlich werden wir dabei auch die Ergebnisse des Verkehrsgutachtens und die Anforderungen der Stadt berücksichtigen.“

Wo das Hotel nun gebaut werden soll, darüber schweigt sich der Investor noch aus. „Wir halten an dem Hotelprojekt in Bietigheim-Bissingen fest, da wir den Bedarf weiterhin sehen“, erklärt Simon Michels, Vorstand der Thesauros. Aktuell untersucht das Unternehmen geeignete Liegenschaften in der Stadt. Dann wird der Entwurf des Hotels auf die Gegebenheiten angepasst.

Das das Projekt nun in zwei Teilen realisiert wird, habe „keine Auswirkungen auf den Zeitplan für die Multifunktionshalle“, erklärt Wichert. „Hier planen wir weiterhin mit einem Baustart Ende 2024 beziehungsweise Anfang 2025. Der Abschluss der Arbeiten ist für Ende 2026 vorgesehen. Bezüglich des Hotels muss zuerst das geeignete Grundstück belastbar akquiriert werden, ehe wir erste Zeitprognosen geben können.“