Auch das Kloster Lorch kann man pilgernd erreichen. Foto: Gottfried Stoppel

Zu Beginn der Sommerferien starten die Remstäler Kirchen ein ökumenisches Projekt: Pilgern im Remstal – in sieben Etappen geht es von Essingen bis nach Remseck.

Schorndorf - Woher komme ich? Wohin gehe ich? Es sind Fragen wie diese, die der jüngst erschienene Pilgerführer den Wanderern mit auf den Weg gibt. „Pilgern im Remstal“ heißt das Projekt der Remstäler Kirchen in diesem Jahr. Die Idee dazu fußt in der Remstal-Gartenschau des vergangenen Jahres – damals konnten Interessierte die insgesamt sieben Etappen an festen Terminen in Begleitung geschulter Pilgerführer gehen. „Da kamen fast immer 50 bis 60 Leute zusammen“, berichtet Silke Stürmer, Pfarrerin im evangelischen Kirchenbezirk Schorndorf und verantwortlich für das ökumenische Projekt.

Vom Remsursprung zur Mündung

Nachdem der Remstal-Sommer in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie gestrichen wurde, sei es darum gegangen, ein niederschwelliges Angebot zu schaffen – und da sei Pilgern gerade in Corona-Zeiten eine schöne Möglichkeit, findet die Pfarrerin. So führen sieben einzelne Etappen auf insgesamt 80 Kilometern einmal durch das Remstal – vom Remsursprung in Essingen bis zur Remsmündung in Remseck. Mal verlaufen die Routen direkt an der Rems, mal auf Weinbergwegen.

„Die Etappen sind sehr unterschiedlich, auch von der Wegbeschaffenheit her. Da kommt jeder auf seine Kosten“, sagt Silke Stürmer. Im Pilgerpass können die Teilnehmer jede Strecke am Ende abstempeln; die Pilgerstempel dafür finden sich in kleinen Holzkästchen, die an den Kirchen angebracht sind, die das Ziel bilden. Digitales Kartenmaterial, Infos zu den Start- und Zielkirchen sowie spirituelle Impulse stehen auf der Homepage des ökumenischen Projekts unter www.pilgern-im-Remstal.de zur Verfügung. Auch auf der Plattform www.outdooractive.com ist Kartenmaterial zu den Pilgeretappen zu finden.

Digitale und analoge Pilgerführer

Darüber hinaus lägen ein paar Tausend Pilgerführer in Papierform kostenlos in den Kirchen, Rathäusern und Touristeninformationen des Remstals aus, erklärt die Pfarrerin. Die kleinen Texte in den Führern seien nicht „hochchristlich“, sondern sollen die Menschen „ganz elementar, in großer Offenheit“ ansprechen, so Stürmer. „Um zu pilgern kann man fromm sein, muss man aber nicht“, betont sie. „Es ist eine Einladung, sich der eigenen Spiritualität zu stellen.“ Wer sich pilgernd auf den Weg durch das Remstal macht, sollte allerdings gerne laufen und die Natur mögen. Wer möchte, könne seine Tour sonntags mit einem Pilgersegen nach dem Gottesdienst beginnen.

Das Angebot, das Ende Juli mit dem Beginn der Sommerferien gestartet ist, soll dauerhaft erhalten bleiben – denn pilgern kann man an 365 Tagen im Jahr.

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