Der Schriftsteller Lutz Seiler thematisiert in „Stern 111“ die Nachwendezeit. Foto: dpa/Hendrik Schmidt

Der Autor Lutz Seiler ist mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2020 in der Kategorie Belletristik geehrt worden. In der Kategorie Sachbuch/Essayistik gewann Bettina Hitzer, Pieke Biermann siegte in der Kategorie Übersetzung. Erstmals wurden die Preise nicht öffentlich vergeben.

Leipzig - Lutz Seiler hat den Preis der Leipziger Buchmesse für seinen Roman „Stern 111“ gewonnen. Das gab die Jury am Donnerstag im Deutschlandfunk Kultur bekannt. Seiler erhielt die Auszeichnung in der Kategorie Belletristik. Erstmals in der Geschichte der Veranstaltung wurden die Preise nicht öffentlich vergeben. Die Leipziger Buchmesse war in der vergangenen Woche wegen der Ausbreitung des Coronavirus abgesagt worden.

In dem Roman „Stern 111“ geht es um die Nachwendezeit und die verschiedenen Wege, die eine Familie nimmt. Die Buchpreisjury würdigte das Buch als „kunstvollen Roman“, der die Neuordnung der Dinge in einem plötzlich regellosen Raum beschreibe und dabei Geschichtsschreibung und Privatmärchen verbinde. „Dieser Roman leuchtet auf jeder Seite, und das mit menschenfreundlichem Humor“, erklärte die Jury in ihrer Begründung.

Nicht zuletzt erzähle „Stern 111“ – ohne die Geste des Wenderomans bemühen zu müssen – vom sich binnen kurzem veränderndem Herzschlag der Mitte Berlins, in der sich der Sohn der Familie wiederfindet. Seine Eltern hingegen zieht es in den Westen.

Mit 60 000 Euro dotiert

Der in Gera geborene Lutz Seiler erhielt für sein literarisches Werk bereits mehrere Preise, darunter den Ingeborg-Bachmann-Preis, den Bremer Literaturpreis, den Uwe-Johnson-Preis und 2014 den Deutschen Buchpreis für seinen Bestseller „Kruso“.

Der Preis der Leipziger Buchmesse wird in den drei Kategorien Übersetzung, Sachbuch/Essayistik und Belletristik vergeben. Insgesamt wurden in diesem Jahr 402 Titel eingereicht, 15 davon wurden nominiert. Die Gewinner wurden live in der Hörfunksendung „Lesart – das Literaturmagazin“ des Deutschlandfunks Kultur verlesen. Der mit insgesamt 60 000 Euro dotierte Preis der Leipziger Buchmesse wird seit 2005 für herausragende Neuerscheinungen vergeben.

In der Kategorie Übersetzung gewann Pieke Biermann für ihre Übersetzung des Romans „Oreo“ von Fran Ross. Den Preis für das beste Sachbuch/Essayistik erhielt Bettina Hitzer für „Krebs fühlen. Eine Emotionsgeschichte des 20. Jahrhunderts“.  

Aktuelle Meldungen, wissenswerte Hintergründe und nützliche Tipps – in unserem Dossier bündeln wir alle Artikel zu Corona.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: