Beim VfB Stuttgart beginnt der Wahlkampf um das Präsidentenamt. Der Bewerber Volker Zeh hat dafür ein Elf-Punkte-Programm aufgelegt. Die Frage ist nun: Wie er günstigere Preise umsetzen will?
Stuttgart - Wenn es um die Präsidentschaftswahl geht, empfiehlt der Vereinsbeirat des VfB Stuttgart gerne öffentliche Zurückhaltung. Die Bewerber sollen sich während des Auswahlprozesses möglichst ruhig verhalten, damit das Gremium im Verborgenen seine zwei Kandidaten für die Mitgliederversammlung nominieren kann.
Volker Zeh hat sich im Bewerbungsverfahren zu Beginn dieses Jahres an die Vereinbarung gehalten. Er lehnte Medienanfragen stets höflich ab – mit dem Resultat, dass er einiges über sich lesen durfte oder Indiskretionen aus dem Vereinsbeirat zu hören bekam. Jetzt, im neuen Bewerberverfahren, wählt der Unternehmer einen anderen Weg: Er geht in die Offensive.
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Am Mittwoch hat der 56-Jährige aus dem Remstal seine Unterlagen beim VfB einreichen lassen. Kurz darauf präsentierte Zeh sein Elf-Punkte-Programm in einer Videokonferenz. „Ich stehe für Transparenz. Jeder soll wissen, wer ich bin, was ich mache und was ich vorhabe“, sagt Zeh mit Blick auf die mehr als 72 000 VfB-Mitglieder. Er nimmt den Wahlkampf mit dem Amtsinhaber Claus Vogt bereits jetzt auf. Der vierfache Vater ist überzeugt, der VfB-Familie viel bieten zu können. Seine Kernpunkte: Das Stadionerlebnis soll preiswerter werden; neue Geldgeber sollen gefunden werden; Frauen sollen verstärkt in die Gremien; die Fans sollen jemanden aus ihrer Mitte für einen Sitz im Aufsichtsrat der AG wählen.
Was ist mit neuen Investoren?
Ambitioniert klingt das, und weitere Punkte des Plans rücken ebenfalls die Mitglieder und die Fans in das Zentrum der Bestrebungen. „Um die Eintrittspreise reduzieren zu können, habe ich bereits mit möglichen Sponsoren Vorgespräche geführt“, sagt Zeh. Denn das Konzept sieht vor, dass Firmen die Mindereinnahmen für den VfB refinanzieren. Ähnlich sieht er es in Sachen Stadionwurst und Bier. Auch hier sollen die Preise purzeln.
Dass sich mit solch populären Aktionen Stimmen einfangen lassen, ist klar. Auch Zeh, der als Präsident des Eishockeyclubs in Kitzbühel schon mal Freibier spendierte. Aber für ihn gibt es ebenso die unternehmerische Seite. „Bei der Suche nach Investoren stelle ich mir keinen Bauchladen mit vielen kleinen Firmen vor“, sagt Zeh. Ein, zwei größere Unternehmen, die zum VfB passen, sollen es sein. „Ich würde keine Heuschrecke als Investor reinlassen“, sagt Zeh.
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Die Partnerschaft mit dem Ankerinvestor Daimler bezeichnet Zeh als „Sechser im Lotto“. Zu dem Automobilkonzern pflegt der frühere Motorsportmanager aber nur ein Verhältnis als Kunde. Seit Jahren fährt er die Marke mit dem Stern. Dennoch dürfte das Vorhaben, einen Fanvertreter in den Aufsichtsrat (mit dem mächtigen Daimler-Vorstand Wilfried Porth) zu hieven, im Kontrollgremium aufhorchen lassen. Zumal es in Bertram Sugg einen solchen schon gibt. Zehs Vorstellung ist es jedoch, dass die Fans unabhängig entscheiden, wer sie künftig vertreten soll: „Fans können auch hier gute Ideen einbringen.“
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Nicht einmischen will sich Zeh in sportliche Belange. Das sei das Feld von Vorstandschef Thomas Hitzlsperger, Sportdirektor Sven Mislintat und Cheftrainer Pellegrino Matarazzo. Er verstehe sich als „Teamplayer“ und beabsichtige, als „Türöffner“ zu fungieren – wobei Zeh stets seine Stimme für den VfB erheben will.