VfB-Clubchef Wolfgang Dietrich kündigt eine Aufklärung an. Foto: dpa

Wie der in der Kritik stehende Clubchef Wolfgang Dietrich vom VfB Stuttgart die Vorwürfe gegen ihn wegen seiner möglichen Firmenverflechtungen entkräften will.

Stuttgart - Bei einer Presserunde am Dienstagvormittag hat der VfB-Präsident Wolfgang Dietrich zu den Veröffentlichungen des „Kicker“ bezüglich möglicher Verflechtungen zu seiner ehemaligen Firma Quattrex AG Stellung bezogen. „Mir zu unterstellen, ich würde mittels meines Engagements als ehrenamtlicher Präsident des VfB Geld verdienen wollen, trifft mich mehr als jeder andere Vorwurf“, sagt Dietrich, der sich in der Dienstagsausgabe des „Kicker“ in dem Artikel „Dietrichs Nebelkerzen“ erneut einem Vorwurf ausgesetzt sieht. So habe sich Dietrich, das schreibt das Fachmagazin in seiner aktuellen Ausgabe, nicht wie vorab angekündigt vier Tage nach seinem Amtsantritt als VfB-Präsident am 9. Oktober 2016 von seinen Anteilen und Beteiligungen an seiner ehemaligen Firma Quattrex AG getrennt – sondern erst zum 9. Dezember 2016.

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„Ich habe bereits vor meinem Amtsantritt alles offengelegt – und danach keine neue Investitionen getätigt“, sagt Dietrich nun: „Ich habe mich auch von allen Anteilen und Beteiligungen wie angekündigt getrennt.“ Dies will der VfB-Präsident aufgrund des erneut aufgeflammten öffentlichen Interesses detailliert belegen. „Zunächst werde ich aber den Gremien des Vereins, allen voran dem Aufsichtsrat, alles vorlegen, um das Thema endgültig vom Tisch zu kriegen“, sagt Dietrich, der in einem zweiten, zeitnahen Schritt, dann auch die Ausschüsse des Vereins, darunter den Fan-Ausschuss sowie die Öffentlichkeit mit den relevanten Informationen zu diesem Thema versorgen will.

Konkret geht es bei der Diskussion um die luxemburgische Firma Quattrex GP S.a.r.l. Das ist der General Partner einer Investmentgesellschaft, die den Fonds „Quattrex German Opportunities“ aufgelegt hat. Dieser hat unter anderem den Zweitligisten 1. FC Heidenheim und Union Berlin, mögliche Gegner des VfB in den möglichen Relegationsspielen am 23. und 27. Mai, Millionen zur Verfügung gestellt. Dietrich wurde in diesem Zusammenhang auch der Vorwurf gemacht, auf diesem Weg womöglich finanziell am sportlichen Erfolg eines VfB-Konkurrenten zu partizipieren. „Egal ob Union oder Heidenheim aufsteigen oder nicht, verdiene ich nicht einen Euro mehr oder weniger“, sagt Dietrich, dessen Einnahmen sich lediglich aus den verzinsten Darlehens-Rückzahlungen dieser Clubs sowie seinen erfolgsunabhängigen Geldern an den Anteilsverkäufen rekrutieren.

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Obendrein hatte es auch mittels eines offenen Briefes seitens des Fan-Auschusses eine offene Frage bezüglich einer möglichen 50-prozentigen Beteiligung der VMM Consulting GmbH, in der Wolfgang Dietrich alleiniger Gesellschafter ist, an der Quattrex Finance GmbH gegeben. Denn laut eines Handelsregistereintrags, dem bis dato letzten, vom Oktober 2015 hält die VMM noch die Hälfte an der Finance GmbH. Doch auch hier verweist Dietrich auf die Dokumente, welche er zeitnah vorlegen will. „Ich bin auch hier komplett raus – und werde dies belegen“, sagt der VfB-Präsident.

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