Musikalische Entdeckungsreisen reizen die Pianistin und Pädagogin Debora Allenspach. Neben ihrer Konzerttätigkeit unterrichtet sie in Aichwald Musikschüler.
Aichwald - Bereits als Fünfjährige stand für Debora Allenspach fest: Ich werde Pianistin. Heute blickt die Musikerin, die an der Musikhochschule Stuttgart und an der Jugendmusikschule Aichwald lehrt, auf eine erfolgreiche Karriere als Pianistin, Kammermusikerin und Klavierpädagogin zurück. „Für mich ist es essenziell, sowohl mit Profis als auch mit Musikschülern zu arbeiten“, betont Allenspach. Trotz aller Unterschiede ergänzten sich beide Bereiche und bereicherten sich gegenseitig.
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Ihre besondere Leidenschaft gehört jedoch der Kammermusik. Im Jahr 2001 gründete die heute 46-Jährige mit Ole Abraham, ihrem späteren Ehemann, das Klavierduo Quilisma. Der ungewöhnliche Name orientiert sich an einem speziellen Zeichen der frühmittelalterlichen Musiknotation, den Neumen. Kennengelernt hatten sich Allenspach und Ole Abraham, der seit zwei Jahren die Musikschule Köngen/Wendlingen leitet, während des Musikstudiums in Stuttgart.
Gefördert von bekannten Künstlern
„Auf der Suche nach einer Erweiterung des Repertoires haben wir den großen Reiz und die Vielfalt der Klavierduo-Literatur entdeckt“, erinnert sich Debora Allenspach. Impulse für ihre kammermusikalische Zusammenarbeit erhielten die jungen Musiker durch ihre Klavier-Professoren Friedemann Rieger und Patrick O’Byrne. Besonders gefördert wurden sie damals vom international bekannten Klavierduo Hans-Peter und Volker Stenzl.
Diese Zusammenarbeit hat reiche Früchte getragen: Neben einer ausgedehnten Konzerttätigkeit gastierte das Duo Quilisma bei bekannten Festivals wie den Schwetzinger Festspielen. Außerdem hat das Duo bereits bei mehreren Rundfunkanstalten Produktionen eingespielt und bei zwei Livesendungen des Südwestrundfunks mitgewirkt.
Doch Corona ist auch an dieser Formation nicht spurlos vorübergegangen. „Wegen der Pandemie sind viele Konzerte ausgefallen. Wir planen jedoch bereits für die Zeit danach“, schaut Debora Allenspach optimistisch nach vorne. In Vorbereitung sei ein Kammermusikprogramm mit einem befreundeten Musikerpaar, das Streichinstrumente in verschiedenen Besetzungen mit dem Klavier zusammenbringen wird.
Suche nach neuen Herausforderungen
Die im schweizerischen Biel geborene Debora Allenspach ist am Lago Maggiore aufgewachsen. Im Elternhaus wurde ihr musikalisches Talent gefördert. Schon mit 16 Jahren begann die hochbegabte Pianistin ein Klavierstudium am Konservatorium in Zürich. „Als ich mit 19 Jahren das Lehrdiplom abgelegt hatte, suchte ich nach neuen Herausforderungen“, erinnert sich die Musikerin, die zweisprachig erzogen wurde. Neben Deutsch und Italienisch beherrscht sie vier weitere Sprachen.
Ihr Weg führte an die Stuttgarter Musikhochschule, wo sie im neuseeländischen Meisterpianisten Patrick O’Byrne einen idealen Mentor fand: „Patrick war ein strenger Lehrer, der mir in puncto Klaviertechnik und Musikverständnis wertvolle Impulse vermittelt hat.“ Damals habe sie gelernt, präzise zu arbeiten, den Gehalt der Kompositionen detailliert zu analysieren und bis in die Tiefe hinein auszuleuchten.
Arbeit als Korrepetitorin
Diese Fähigkeiten halfen ihr, als sie nach dem Solistendiplom als Assistentin von O’Byrne Klavierstudenten betreut hat. Und auch bei der Arbeit als Korrepetitorin in der Opernschule der Stuttgarter Musikhochschule – dort bereitet sie angehende Profisängerinnen und -sänger auf eine Bühnenkarriere vor – ist ihre Erfahrung nützlich.
Zudem profitieren Allenspachs Schülerinnen und Schüler an der Jugendmusikschule Aichwald von ihrer künstlerischen und pädagogischen Expertise. Das Credo der Klavierpädagogin: „Ich hole meine Eleven stets dort ab, wo sie stehen. Und ich fördere sie dann individuell gemäß ihren eigenen Zielen und Ansprüchen.“
Interpretatorische Grundlagenarbeit
Natürlich sei dabei die technische und interpretatorische Grundlagenarbeit wesentlich, sagt die erfahrene Pädagogin. Doch ebenso wichtig ist für die Musiklehrerin eine motivierende Literaturauswahl und das unbeschwerte Musizieren: „Manchmal muss man die Schüler einfach spielen lassen“.
Debora Allenspach will für ihr Instrument begeistern, Kreativität wecken und Emotionen erfahrbar machen. Das Musizieren soll einfach Freude machen. In der Lehre hat die Musikerin ihre Berufung gefunden, was sie glücklich macht: „Es ist eine überaus erfüllende Aufgabe, mit jungen Menschen zu arbeiten und ihnen den Weg zum weiten Kosmos der Musik zu ebnen.“
Rund ums Klavier
Geschichte
Das Klavier entwickelte sich aus dem im Barock gebräuchlichen Cembalo. Um 1700 erfand der Cembalobauer Bartolomeo Christofori eine Hammermechanik: Die Saiten werden nicht mehr – wie beim Cembalo – gezupft, sondern mit Hammerköpfen angeschlagen. Dieses Hammerklavier wurde stetig weiterentwickelt bis zur Perfektion der Konzertflügel heutiger Prägung, die vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten bieten.
Literatur
Für kein anderes Instrument gibt es eine derart umfangreiche Literatur. Diese umfasst Kompositionen aus Renaissance und Barock, die ursprünglich für Cembalo oder Orgel geschrieben wurden, ebenso wie unzählige Originalwerke neuerer Zeit. In der Wiener Klassik und in der Romantik hatten Klavierkompositionen eine Blütezeit. Seither erweitert sich das Kompendium ständig. Es gibt Werke für Klavier solo, Klavierkonzerte und Kammermusikwerke mit Klavier.