Zwei Wochen lang sind 19 Mitglieder des Guatemala Porsche Clubs in Deutschland zu Besuch. Den Höhepunkt bildet der Besuch im Porsche-Museum. Foto: Leonie Hemminger

19 Mitglieder des Porsche Clubs Guatemala sind nach Stuttgart geflogen, um sich das Werk und das Museum anzuschauen.

Zuffenhausen - Für uns ist es hier wie für Kinder in Disneyland“, sagt Francesco Palomo und strahlt über das ganze Gesicht. Er ist mit einem einzigen Ziel nach Stuttgart gekommen: Porsche gucken. Dafür ist er zusammen mit 18 anderen Mitgliedern des Porsche-Clubs Guatemala 15 Stunden von Mittelamerika hierher geflogen. Zwei Wochen verbringt die Gruppe in Deutschland. Den Höhepunkt des Aufenthalts bildet für sie der Besuch des Porsche-Werks und des Museums in Zuffenhausen.

Francesco Palomo freut sich besonders auf das Testfahren des neuen 911er-Modells. Zehn Sportwagen haben die Guatemalteken in Ludwigsburg angemietet. Damit wollen sie an Konstanz vorbei bis nach Bayern brettern. „Danach entscheiden wir, ob wir uns zuhause 911er anschaffen“, sagt Palomo. Aufregend ist ein Porschekauf für ihn nach wie vor – auch wenn er bereits drei Modelle besitzt. Unter seinen Clubkollegen fällt er damit gar nicht besonders auf, schließlich muss jeder Aufnahmebewerber einen Porsche besitzen, um in die Reihen aufgenommen zu werden. Im gesamten Land stechen die Clubmitglieder jedoch deutlich hervor: Bei knapp 13 Millionen Einwohnern besitzen laut Palomo gerade einmal 500 Bürger einen Wagen aus Zuffenhausen.

„Wir lieben Porsche.“

Gegründet wurde der Guatemala Porsche-Club im Jahr 2002. In den vergangenen fünf Jahren ist die Mitgliederzahl von 20 auf 60 Leute angewachsen. Die Verbundenheit zu der schwäbischen Automarke erklärt sich laut dem Clubpräsidenten Carlos Pineto aus dem Erfolg der drei guatemaltekischen Rennfahrer José Herrarte, Jaroslav Juhan und Manfredo Lippmann. Alle drei nahmen 1953 erfolgreich an dem mexikanischen Rennen Carrera Panamericana teil – mit Sportwagen von Porsche. „Deshalb fühlen wir uns zu den Autos hingezogen“, sagt Pineto, und fügt hinzu: „Wir lieben Porsche.“ Auch Francesco Palomo kann seine Faszination an der Marke nicht wirklich erklären. „Das fängt schon als Kind an, dass man davon träumt. Ich sehe es bei meinen Enkelsöhnen: Die erzählen mir jetzt schon, dass sie später einmal Porsche fahren wollen.“

In ihrer Heimat treffen sich die Clubmitglieder, um gemeinsame Ausfahrten zu unternehmen, sich auf einer Rennstrecke einzumieten, für speziellen Fahrunterricht, aber auch für Fachvorträge über neuste Entwicklungen in der Fahrzeugtechnik. „Und wir feiern das Oktoberfest. Mit Bier und deutscher Musik“, sagt Pinelo und lacht.

Weltweit 640 Porsche-Clubs

Mit ihrem Zusammenschluss sind die Guatemalteken nicht alleine: Laut Porsche AG gibt es 640 offiziell anerkannte Porsche-Clubs mit rund 181 000 Mitgliedern aus über 75 Ländern. Damit bilden sie den weltweit größten Markenclub der Automobilbranche. Der erste seiner Art, der Westfälische Porsche-Club Hohensyburg, wurde vor 60 Jahren am 26. Mai 1952 von sieben passionierten Porsche-Fahrern gegründet. Das Ziel dieses Clubs war laut Gründungsprotokoll, „alle Porschefahrer in freundschaftlicher und kameradschaftlicher Art und Weise zu vereinen“.

Das Porsche-Museum würdigt das 60-Jahr-Jubiläum mit der Sonderausstellung „60 Jahre Porsche-Clubs“. Von Samstag, 26. Mai, bis Sonntag, 26. August, wird auf sechs Jahrzehnte an verschiedenen Clubaktivitäten zurückgeblickt. Dabei werden nicht nur besondere Fahrzeuge von Mitgliedern ausgestellt, sondern anhand von Fotografien, Dokumenten und Kleinexponaten auch deren persönliche Geschichten und Erlebnisse erzählt.

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