Nicht kleckern, sondern klotzen lautet das Motto von Porsche für sein neues Qualifizierungszentrum. Beim Porsche-Hochhaus in Bietigheim-Bissingen (Kreis Ludwigsburg) entsteht auf über 8000 Quadratmetern ein Neubau und das sehr schnell.
Der Zuffenhausener Autobauer Porsche erweitert seinen Standort in Bietigheim-Bissingen. Neben der Modernisierung des Hochhauses und der Erweiterung der bestehenden Kantine wird auf gut 8600 Quadratmetern ein Qualifizierungszentrum entlang der B27 errichtet. Die Pläne dazu stellte der Konzern am Montagvormittag der Öffentlichkeit vor. „Ich habe schon an meinen vorherigen Stationen Qualifizierungszentren aufgebaut und freue mich, nun auch hier in Deutschland eins errichten zu können“, sagte Alexander Pollich, Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Porsche Deutschland GmbH.
Im sogenannten Dienstleistungszentrum Bietigheim-Bissingen sind die Porsche Financial Services (250 Mitarbeiter) und die Porsche Deutschland GmbH untergebracht. Insgesamt 90 Porsche-Zentren, darunter auch sieben Niederlassungen, steuert Porsche von Bietigheim aus. In logistischer Hinsicht, aber auch im Vertrieb und im Marketing sollen die 235 Mitarbeiter dafür sorgen, dass die Sportwagen gut ankommen.
Platz für 240 Schulungsteilnehmer
Für rund 50 Millionen Euro sollen nun bis September 2025 in einem dreigeschossigen Bau 18 Tagungsräume an der B27 entstehen. Vor allem wegen der Umstellung auf E-Mobilität sei es wichtig, die Mitarbeiter immer weiter fortzubilden und auf den aktuellen Stand zu bringen, sagte Pollich. Es sollen sowohl technische als auch nichttechnische Schulungen für die deutsche und nordeuropäische Handelsorganisation angeboten werden.
Für bis zu 240 Schulungsteilnehmer pro Tag soll Platz sein. „Die müssen irgendwo schlafen und was essen“, sagte Pollich mit Blick auf Oberbürgermeister Jürgen Kessing und dessen Amtskollegen Martin Bernhard aus Tamm. Das Gewerbegebiet, in dem Porsche baut, betreiben die beiden Städte gemeinsam. 85 Prozent der Flächen liegen auf Tammer Gemarkung.
„Das ist keine Selbstverständlichkeit“
Die beiden Rathauschefs zeigten sich dann auch dankbar dafür, dass Porsche bei ihnen investiert. „Das ist keine Selbstverständlichkeit“, so Bernhard. Warum das neue Qualifizierungszentrum ausgerechnet in Bietigheim entstehen soll, liegt für Pollich auf der Hand. Die Nähe zum Hauptsitz, die gute verkehrliche Anbindung und die gute Zusammenarbeit mit dem Bietigheim-Bissinger Rathaus. Die Planung und Baufreigabe seien reibungslos verlaufen, so Pollich. Porsche hatte sich schon vor Jahren die Flächen gesichert. Die vorausschauende Flächenplanung sei Teil der Firmenpolitik, so Pollich.
Viele neue Arbeitsplätze werden wegen dem Zentrum nicht entstehen. Es werden vor Ort zwar 20 neue Mitarbeiter angesiedelt, aber diese werden meist von anderen Orten herüberwechseln. Man arbeite auch viel mit freien Trainern zusammen, hieß es von Porsche zu dem Thema. Das Qualifizierungszentrum soll seinen Strombedarf über Photovoltaik-Modulen auf mehr als 2500 Quadratmetern Dachfläche abdecken. Zudem wird die Ladeinfrastruktur für Mitarbeiter ausgebaut – auf 36 Ladepunkte.