Umschwärmt: der Porsche 914 Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Anlässlich des fünfzigsten Geburtstags des Porsche 914 hat das Porsche-Museum in Stuttgart-Zuffenhausen Sammler und Besucher eingeladen, ein Stück Zeitgeschichte zu erleben. Doch ist das Modell überhaupt ein „echter“ Porsche?

Stuttgart - Ein lautes Dröhnen erfüllt diesen Sonntag um kurz vor 12 die Hallen des Porschemuseums in Stuttgart-Zuffenhausen. Die Erde scheint zu beben, als der Motor des knallroten Porsche 914 aufheult und die Besucher begeistert applaudieren. Vor dem Museum haben in der Zwischenzeit rund 120 Porschefans ihre Sportwagen in rot, gelb, gold oder grau abgestellt, wo Besucher sie fotografieren oder mit den stolzen Besitzern der Geburtstagskinder ein Pläuschchen halten. Der Porsche 914ist der Star des Tages. Zum Anlass seines fünfzigsten Geburtstags veranstaltet das Porschemuseum die Ausstellung „Typisch Porsche“. Eine Geburtstagsfeier der besonderen Art, für den Sportwagen, der lange Zeit als „Volksporsche“ bezeichnet wurde.

Alle Gene eines Sportwagens

„Der 914 hat ja manchmal den Ruf, kein echter Porsche zu sein. Für uns ist er aber typisch Porsche“, erklärt die Kuratorin Tanja Schleicher. Warum das Modell, das in Kooperation mit Volkswagen produziert wurde und genau deshalb auch oft als „Volksporsche“ bezeichnet wurde, ein typischer Porsche ist, hat für sie vielerlei Gründe: „Der Porsche 914 ist ein Sportwagen mit Mittelmotor. Er hat alle Gene eines Sportwagens. Man kann damit auf der Rennstrecke aber auch zu Opa fahren, weil er dank Targadach und zwei Kofferräumen sehr alltagstauglich ist. Für mich ist das ein absolut tolles Auto, das einfach Spaß macht.“

Extras, die es nie in die Serienproduktion schafften

Dazu kommt für sie die Tatsache, dass der Porsche 914 ein beliebter Sportwagen für Bastler ist und es deshalb zahlreiche Variationen des Modells gebe. Vor einem dieser ganz besonderen Modelle stehen Norbert und Gaby Schlüter. Sie sind mit ihrem Porsche 914 rund 500 Kilometer angereist, um erst ein Porschetreffen und dann den heutigen Tag im Museum mitzuerleben. Ihr Oldtimer ist nicht irgendein Serienmodell, sondern hat eine ganz besondere Geschichte: „Der Porsche trägt den Beinamen Klie, benannt nach dem Chefdesigner von Porsche, Heinrich Klie, aus dessen Privatbesitz das Fahrzeug stammt“, erzählt Schlüter stolz. Dazu kommt, dass sein 914er nicht mit den anderen Modellen direkt aus der Produktion in den Handel kam, sondern drei Jahre bei Porsche in der Versuchsabteilung stand. Hier wurde er mit vielen Extras ausgestattet, die es nie in die Serienproduktion schafften.

Genau deshalb geht es den Schlüters so wie vielen Oldtimer-Fans. Für sie ist ihr Exot nicht einfach nur ein Auto, sondern ein echtes Stück Geschichte.

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