Die Stadtbahnen fahren dicht an den Wohnhäusern vorbei. Das muss sich ändern, fordern die Anwohner. Foto: z/A. Reiber

Die Fraktion SÖS-Linke-Plus fordert zu dem Vorhaben einen Zwischenbericht.

Kaltental/Stuttgart-Süd - Seit Jahren kämpfen die Bewohner in der Polizeisiedlung dafür, dass die Stadbahngleise in die Mitte der Böblinger Straße verlegt werden. Bislang verlaufen diese direkt vor den Haustüren. Mit 60 Kilometern pro Stunde brettern die Bahnen an den Häusern vorbei. Es gibt nur einen schmalen Streifen, den sich Fußgänger, Radfahrer und die Autofahrer teilen. Wobei nur die Autofahrer gemeint sind, die dort wohnen und deswegen dort ihren Stellplatz oder ihre Garage haben.

Die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) lehnten es bisher ab, die Gleise zu verlegen. Doch nun könnte Kaltental zu einem Sanierungsgebiet werden. Für eine Aufwertung des Stadtteils gibt es dann Fördermittel vom Bund und vom Land. Aus diesem Grund hat die Stadt die für diesen Herbst geplante Sanierung der Gleise zurückgestellt. Denn wenn es mit dem Sanierungsgebiet klappt, könnte es auch für eine Gleissanierung Geld geben. „Die durch den Aufschub der Sanierungsarbeiten gewonnene Zeit sollte dafür genutzt werden, Konzepte zu erarbeiten“, heißt es nun in einem aktuellen Antrag von der Fraktion SÖS/Linke-plus im Stuttgarter Gemeinderat.

Die Verwaltungsspitze und die SSB sollen am 18. Oktober berichten

Die Stadtverwaltung habe angekündigt, bis Mitte 2017 einen Bericht über technisch und planerisch machbare Lösungen und den damit verbundenen Kosten zu verfassen und diesen dann im Umwelt- und Technikausschuss (UTA) vorzustellen.

SÖS/Linke-plus fordern einen Zwischenbericht im UTA, „um sicherzustellen, dass die Interessen der Bewohner auch wirklich Eingang in die aktuell zu erarbeitenden Konzepte finden“, wie es in dem Antrag heißt. Bereits in der Sitzung am 18. Oktober sollen das Technische Referat und die SSB ihre bisherigen Überlegungen vorstellen. Dabei geht es den Stadträten vor allem um die Sicherheit der Anwohner, aber auch um die hohen Lärmpegel, die von den vorbeifahrenden Stadtbahnen aus­gehen. Zudem fragt die Fraktionsgemeinschaft, ob und wenn ja in welcher gegebenenfalls auch informellen Form die Bewohner der Polizeisiedlung in den derzeitigen Planungsprozess einbezogen werden.

Die Zukunftswerkstatt hat viele Ideen gesammelt

Der Verwaltungsausschuss hatte vor der Sommerpause zugestimmt, dass die Stadt 2018 für Kaltental ein Sanierungsgebiet und damit Fördermittel beantragt. Der Bezirksbeirat fordert neben der Gleisverlegung eine Umgestaltung der Kreuzungen an den Stadtbahnhaltestellen Engelbold­straße und Waldeck zu Kreisverkehren. Darüber hinaus wünschen sich die Kaltentaler bessere Wegeverbindungen vom sogenannten katholischen zum evangelischen Hügel. In den vergangenen Monaten hat eine Gruppe engagierter Bürger unter dem Dach der Zukunftswerkstatt viele Ideen gesammelt, wie Kaltental schöner werden könnte. Am Dienstag, 4. Oktober, steht das Thema im Bezirksbeirat Süd auf der Tagesordnung. Es geht um die vorbereitenden Untersuchungen. Die Sitzung im Mittleren Sitzungssaal des Stuttgarter Rathauses, Marktplatz 1, beginnt um 19 Uhr.

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