An der Heilbronner Straße wurden Handysünder schon am Mittwoch rausgezogen. Foto: Lg/Julian Rettig

Die Polizei kontrolliert am Donnerstag verstärkt, ob Autofahrer am Steuer ihr Handy in der Hand haben. Auch in Stuttgart sind sie im Einsatz. Die Zahl der landesweit eingesetzten Beamten ist beachtlich.

Stuttgart - Wer bei Tempo 30 am Steuer seines Autos drei Sekunden lang auf sein Handy schaut, hat einen 25 Meter längeren Anhalteweg – so weit fährt der Wagen in dieser Zeit. Bei Tempo 50 sind das schon 42 Meter, zeigt der Tacho 100 Stundenkilometer, fährt der Fahrer 83 Meter im Blindflug. Das kann brenzlig werden: Ein Kind rennt auf die Fahrbahn, eine Ampel schaltet um, der Verkehr stockt, und schon kann ein Unfall geschehen. Um gegen diese Gefahr der Ablenkung am Steuer vorzugehen, läuft am Donnerstag der Aktionstag „sicher.mobil.leben.“ der Polizei.

In Stuttgart schauen noch bis 24 Uhr Polizisten den Autofahrern auf die Finger. Sie sind an elf Kontrollstellen im Einsatz, teilt eine Sprecherin der Polizei mit. 94 Beamte, die meisten davon von der Verkehrspolizei, seien dabei im Einsatz. Landesweit hat der Innenminister Thomas Strobl (CDU) 660 Kontrollstellen angekündigt, an denen 2300 Beamte stehen. Ein Ergebnis des Kontrolltags soll am Freitagmorgen vorliegen.

Die Stuttgarter Polizei hat auch an den vergangenen Tagen schon verstärkt kontrolliert. Bei einer Aktion an der Heilbronner Straße stellte die Verkehrspolizei innerhalb von zwei Stunden 16 Handyverstöße fest. Der Kontrolltag löst den Blitzmarathon ab, der 2016 zuletzt stattgefunden hatte. Das begründet der Innenminister mit der gestiegenen Zahl schwerer Unfälle, bei denen die Autofahrer abgelenkt waren: 2017 wurde diese Ursache bei 73 tödlichen Unfällen im Land festgestellt, das war ein Fünftel der Unfälle, bei denen Menschen starben.

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