Im Umfeld von einschlägigen Konzerten nimmt die Polizei den Besucherverkehr genauer unter die Lupe. Foto: dpa

Der Berliner Rapper Sido hat am Montagabend in Stuttgart ein Konzert gegeben. Die Polizei hat sich im Umfeld umgeschaut – und einige Drogensünder unter den Besuchern aus dem Verkehr gezogen.

Stuttgart - „Doch das ist Hip-Hop, Motherfucker, so sind wir / Ab und zu böse, manchmal auch schmutzig / Einfach nur blöd oder unfassbar lustig“ (Sido, „Masafaka“)

Der Berliner Rapper Sido hat am Montagabend im LKA Longhorn in Stuttgart-Wangen ein „Liebhaber“-Konzert gegeben – und das war auch für die Polizei der Anlass, auf der Straße den Besucherverkehr zu rappen. „Dabei waren 20 Beamte im Einsatz“, sagt Polizeisprecher Stephan Widmann, „sie haben dabei einiges gefunden.“

Nach einer ersten Bilanz stellten die Beamten 28 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz fest. Die üblichen Substanzen: „Mehrere Dutzend Joints, Marihuana, Amphetamin, Ecstasy“, zählt Widmann auf. Insgesamt waren 20 Polizisten von 15 bis 22 Uhr im Umfeld des Veranstaltungsorts unterwegs. Die Drogensünder hatten sich offenbar die Texte aus dem neuen Album des Berliner Rappers zu Herzen genommen:

„THC in den Adern / Abhäng’ wie Tarzan, den ganzen Tag lang / Lass sie labern, die hab’n andere Probleme.“ (Sido, „Ja man“)

Statt Parkplatz Führerschein weg

Für einen 18-jährigen Führerscheinneuling war das freilich keine gute Idee. Der junge Mann war um 19.45 Uhr, eine Viertelstunde vor dem offiziellen Konzertbeginn, mit seinem Volvo in der Heinrich-Hertz-Straße auf Parkplatzsuche, als er in eine Kontrolle der Polizei geriet. Die Beamten stellten fest, dass der Fahrer unter Drogeneinfluss stand. Die Folgen: Ab zur Blutprobe, Führerschein beschlagnahmt. Das dürfte es für eine Weile erst einmal gewesen sein mit dem Autofahren.

„Ich mach’, was ich will, denn ich habe Eier aus Stahl.“ (Sido, „Ja man“)

Noch härter ist aber die Polizei, wenn sie Sünder mit harten Drogen erwischt. „In zwei Fällen wurden Führerscheine beschlagnahmt, obwohl die Betroffenen gar nicht Auto gefahren waren“, sagt Polizeisprecher Widmann. Unter anderem hatte ein Fan synthetische Aufputschmittel dabei. Schon seit längerem wird in Stuttgart der harte Kurs gefahren: Sind harte Drogen im Spiel, werden Fahrerlaubnisse beschlagnahmt und an die Führerscheinstelle geschickt. Die Behörde prüft dann weitere Schritte – etwa, ob bei hartem Drogenkonsum überhaupt eine charakterliche Eignung fürs Autofahren gegeben ist. Da bleibt nur der Trost des Rappers:

„Damit’s euch gut geht bin ich wach, wenn ihr schlaft / Und wenn’s mal hart ist, fragt mich – Papa ist da!“

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